Ältere Menschen in der Ukraine

Ältere Menschen zählen in bewaffneten Konflikten zu den besonders gefährdeten Gruppen. In der Ukraine leben sieben Millionen ältere Menschen über 65 Jahre. Viele von ihnen wollen oder können das Land nicht verlassen. Häufig bleiben sie allein zurück, ohne Familie und ohne ausreichende medizinische Versorgung. Auch die Älteren in Pflegeheimen sind dem Krieg häufig schutzlos ausgeliefert. Die ukrainische Seniorenorganisation „Age Concern Ukraine“ unterstützt ältere Menschen unter anderem durch eine Telefonseelsorge und mit Freiwilligen vor Ort. Informationen und Hintergründe über die Situation der älteren Menschen in der Ukraine.

Salzburger Erklärung der ukrainischen Zivilgesellschaft zum Wiederaufbau

Um die zentrale Rolle der Zivilgesellschaft beim Wiederaufbau der Ukraine zu unterstreichen und ihren Zusammenhalt zu fördern, hat die gemeinnützige Organisation Salzburg Global Seminar vom 11 bis 15 Juli 2022 eine Zusammenkunft zivilgesellschaftlicher Vertreterinnen und Vertreter aus der Ukraine in Österreich organisiert. In einer gemeinsamen Erklärung haben sie Prioritäten für die Nachkriegszeit formuliert, u.a. Demokratieentwicklung, gesellschaftliche Vielfalt, Geschlechtergerechtigkeit, Klima- und Umweltschutz – und angesichts des nahenden Winters einen Sofortplan zur Sicherung der Grundbedürfnisse der Bevölkerung.

Zur Salzburger Erklärung

HelpAge International unterstützt ältere Menschen in der Ukraine

Die russische Invasion in der Ukraine bedroht auch das Leben von Millionen älteren Menschen. Sie haben häufig keinen Zugang mehr zu Gesundheitsdiensten und keinen Zugang zu Geld. Sie sind gezwungen zu fliehen oder bleiben alleine in Kriegsgebieten zurück. Help Age International unterstützt mit Mitarbeitern und Freiwilligen ältere Menschen in der Ukraine und auf der Flucht. Auf ihrer Internetseite berichtet die Hilfsorganisation von ihrer Arbeit und von den Menschen, die sie unterstützen.

Zur Internetseite

Human Rights Watch: Ältere Menschen in Einrichtungen brauchen Schutz und Unterstützung

Die Auswirkungen des Krieges auf ältere Menschen waren noch nie so deutlich zu sehen wie im Konflikt in der Ukraine. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch beobachtet die Situation vor Ort und berichtet von drastischen Auswirkungen auf ältere Menschen in den umkämpften Gebieten. Auch Menschen in Einrichtungen seien betroffen. So seien Anfang April in der Ortschaft Bucha die Leichen von sechs älteren Menschen in einem Pflegeheim gefunden worden, die an Hunger gestorben seien. Human Rights Watch appelliert an Regierungen und Hilfsorganisationen, älteren Menschen Schutz und Beistand zu gewähren.

Zum Beitrag von HRW (Englisch)

Zu einem deutschsprachigen Beitrag von HRW zur aktuellen Situation in der Ukraine

AGE Platform Europe: Die „älteste“ humanitäre Krise der Welt

Die Ukraine hat eine der am schnellsten alternden Bevölkerungen weltweit. Bereits jetzt sind knapp 17 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt. Der europäische Dachverband der Seniorenorganisationen AGE Platform Europe weist in einem Beitrag auf ihre Situation hin und berichtet über Hilfsaktionen, die sich an Ältere in der Ukraine richten. Eine schnelle Bedarfsanalyse von Anfang März, die von HelpAge durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass nahezu alle älteren Menschen, die befragt wurden, nicht flüchten wollen – trotz des Mangels an Nahrung, Wasser und Strom sowie an medizinischer Versorgung.

Zum Beitrag von AGE Platform Europe (in engl. Sprache)

Informationen aus erster Hand zur Situation älterer Menschen in der Ukraine

Wie erleben ältere Menschen in der Ukraine den Krieg und wie kann ihnen konkret geholfen werden? In einer Online-Veranstaltung am 17. März berichtete die ukrainische Seniorenorganisation „Turbota pro litnikh v Ukraini“ von der aktuellen Lage der älteren Menschen und von ihrer Arbeit vor Ort. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschten sich darüber aus, welche Hilfsgüter dringend benötigt werden und wie praktisch geholfen werden kann. Die Veranstaltung wurde von der „Global Platform for the Rapid Generation and Transfer of Knowledge on COVID-19 and older adults in low and middle-income countries“ (GP-Older-COVID) organisiert, einem Netzwerk von Expertinnen und Experten, das sich im Verlauf der Pandemie zusammengetan hat.

Zur Aufzeichnung der Veranstaltung

Zur Internetseite von “Turbota pro litnikh v Ukraini”

Human Rights Watch: Ältere Menschen in bewaffneten Konflikten

Ältere Menschen in bewaffneten Konflikten sind oft einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Das hat die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch in einem Bericht zum Missbrauch älterer Menschen in bewaffneten Konflikten beschrieben. Der Bericht basiert auf Dokumentationen von 2013 bis 2021 aus 15 Ländern und befasst sich auch mit der Situation Älterer in der Ost-Ukraine. Human Rights Watch fordert von allen an bewaffneten Konflikten beteiligten Parteien, ältere Menschen zu schützen, Übergriffe auf sie zu verhindern und humanitäre Hilfe für ältere Menschen in Not zu erleichtern.

Ausführliche Meldung zum Bericht

Zum Bericht „No One is Speard: Abuses Against Older People in Armed Conflict“

Zum Bericht in einfacher Sprache (Englisch)