Pflegereform muss Pflege durch Angehörige stärken

BAGSO-Verbände treffen Bundesseniorenministerin zum pflegepolitischen Austausch

Pressemitteilung

Die von der Bundesregierung angekündigte Pflegereform muss nachhaltige Lösungen für die Sicherstellung der häuslichen Pflege umfassen. Das hat die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen zusammen mit Verbänden im Gespräch mit Bundesfamilienministerin Karin Prien gefordert. Die Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) hatte am 16. März 2026 zu einem pflegepolitischen Austausch in Berlin eingeladen, an dem auch die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V., wir pflegen e.V., die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. und der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. teilnahmen. Gemeinsam setzten sich die Verbände für die Stärkung von pflegenden Angehörigen und die Verbesserung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ein. 

Die Vertreterinnen und Vertreter der Verbände warben insbesondere für die zeitnahe Einführung einer Lohnersatzleistung für berufstätige pflegende Angehörige zusammen mit Freistellungsansprüchen im Sinne einer Pflegezeit. Zu den Anspruchsberechtigten müssen auch nicht-verwandtschaftliche, nahestehende Personen zählen, die Pflegeverantwortung übernehmen. Die Verbände forderten, dass die Leistungen pflegender Angehöriger, die einem Wert von rund 200 Milliarden Euro im Jahr entsprechen, endlich adäquat honoriert werden. Die Einführung einer Lohnersatzleistung ist zentraler Bestandteil der Empfehlungen des Unabhängigen Beirats der Bundesregierung für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, der in dem Gespräch ebenfalls vertreten war. 

Zur Einführung einer Lohnersatzleistung wurde im Koalitionsvertrag und in den Eckpunkten der Bund-Länder-AG „Zukunftspakt Pflege“ ein Prüfauftrag formuliert, der nach Ansicht der Verbände dringend konkretisiert werden muss. Sie forderten, die sozio-ökonomischen Folgewirkungen der Einführung einer Lohnersatzleistung möglichst konkret zu modellieren. Positive Effekte sind unter anderem im Hinblick auf  Einsparungen von Kosten für professionelle Pflege zu erwarten. Gleichzeitig können Angehörige sowohl erwerbstätig bleiben und Pflegeaufgaben übernehmen. Dies ist gesamtgesellschaftlich sowie gleichstellungspolitisch von Vorteil und dient zugleich der Prävention von Altersarmut. 

Neben den Potenzialen und Grenzen von Ehrenamt in der Betreuung und Pflege älterer Menschen wurde die Notwendigkeit einer guten und flächendeckenden hospizlichen und palliativen Versorgung erörtert. 

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