Die Europäische Kommission hat erstmals eine Strategie zur Generationengerechtigkeit vorgelegt. Ziel ist es, die Interessen heutiger und zukünftiger Generationen in allen Politikbereichen stärker zu berücksichtigen. Die BAGSO begrüßt diesen Ansatz grundsätzlich. Zugleich kritisiert sie Defizite bei der Berücksichtigung älterer Generationen.
Die Strategie setzt auf ein Konzept des Generationenvertrags mit drei Dimensionen. Dazu gehört neben einem „Jugendcheck“, Altersdiskriminierung entgegenzuwirken und faire Orte für alle Generationen zu schaffen. Aus Sicht der BAGSO bleibt dieser Anspruch jedoch zu vage. Konkrete und messbare Maßnahmen zum Schutz vor Altersdiskriminierung fehlen bislang.
Besonders kritisch sieht die BAGSO, dass ein EU-Aktionsplan gegen Ageismus keinen Eingang in die Strategie gefunden hat. Diesen Vorschlag hatte die BAGSO gemeinsam mit dem europäischen Dachverband der Seniorenorganisationen, AGE Platform Europe, im Rahmen der öffentlichen Konsultation eingebracht. Obwohl er zu den am stärksten unterstützten Empfehlungen gehörte, wurde er nicht in die Strategie aufgenommen. Damit wird aus Sicht der BAGSO eine wichtige Chance verpasst, Altersdiskriminierung wirksam zu bekämpfen und die Gleichstellung aller Altersgruppen zu stärken.
Die BAGSO bemängelt zudem, dass die Rechte und Bedürfnisse heutiger und zukünftiger älterer Generationen nicht ausreichend berücksichtigt werden. Eine generationengerechte Politik müsse alle Altersgruppen gleichermaßen in den Blick nehmen und dürfe ältere Menschen nicht ausklammern.
Gemeinsam mit AGE Platform Europe wird die BAGSO die Umsetzung der Strategie kritisch begleiten. Dazu gehören angekündigte Maßnahmen wie ein europäisches Demografieforum und eine Sammlung bewährter Verfahren zur Altersgleichstellung. Ziel ist es, die Interessen älterer Menschen stärker einzubringen und eine verbindliche Verankerung von Altersgleichstellung als Investition in die Zukunft zu erreichen.