Aufsuchende Seniorenarbeit in Frankreich und Deutschland

Das Engagement Ehrenamtlicher stand im Zentrum eines bilateralen Erfahrungsaustauschs

Aktuellmeldung

Gruppenbild der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops "Aufsuchende Seniorenarbeit in Frankreich und Deutschland "

Aufsuchende Seniorenarbeit ist ein wichtiger Weg, um Einsamkeit und sozialer Isolation im Alter entgegenzuwirken. Dies ist die gemeinsame Erfahrung von Initiativen aus Frankreich und Deutschland, die im Rahmen des Expertenworkshops „Aufsuchende Seniorenarbeit in Deutschland und Frankreich“ am 9. März 2020 in Karlsruhe zusammengekommen sind. Der Workshop wurde von der Geschäftsstelle Internationale Altenpolitik der BAGSO veranstaltet.

Um die Teilhabe älterer Menschen in ihrem direkten Lebensumfeld zu fördern, wird in Frankreich stärker als in Deutschland auf das Engagement Ehrenamtlicher zurückgegriffen. Die französischen Teilnehmenden berichteten, dass Hauptamtliche zunehmend nur für Koordination, Supervision und Weiterbildung eingesetzt werden.

Welche Aufgaben Ehrenamtliche in der Seniorenarbeit übernehmen können und wo dies an Grenzen stößt, war ein zentraler Punkt der Diskussion. So können Ehrenamtliche im Umgang mit Menschen in schwierigen Lebenslagen oder mit psychologischen Erkrankungen überfordert sein. Einig waren sich die Teilnehmenden in der konkreten Forderung an die Politik: Es müssen feste Strukturen der aufsuchenden Seniorenarbeit geschaffen werden, eingebettet in örtliche und quartiersbezogene Angebote.

Aus Frankreich nahmen Freiwilligennetzwerke aus dem Elsass und einer Gemeinde in der Region Nouvelle-Aquitaine teil, zudem die Organisation „Les Petits Frères des Pauvres“, die sich in 16 Ländern gegen Isolierung und Prekarität bei älteren Menschen einsetzt. Aus Deutschland waren einige kommunale Koordinationsstellen der Seniorenarbeit vertreten, außerdem der Verein „Freunde alter Menschen e.V.“ und die Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS), beides BAGSO-Mitgliedsorganisationen.