Auf dem Weg zu einer EU-Pflegestrategie

BAGSO nimmt Stellung zu Sondierung der Europäischen Kommission

Aktuellmeldung

Die Europäische Kommission (EK) hat eine Initiative für eine europäische Strategie für Pflege und Betreuung gestartet. Ziel sind Maßnahmen zur Stärkung der Langzeitpflege auf EU-Ebene. Im März hatten interessierte zivilgesellschaftliche Organisationen, Behörden, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, sich zu einer Sondierung zur Initiative zu äußern. Die BAGSO hob in ihrer Stellungnahme hervor, dass die Wahrung des Rechts auf Würde, Autonomie, Teilhabe und Selbstbestimmung im Mittelpunkt der EU-Pflegestrategie stehen sollte. Pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen sollten zudem an der weiteren Entwicklung der Pflegestrategie beteiligt werden.

Die BAGSO würdigte die Ankündigung der EU-Pflegestrategie als einen strategischen Schritt. Damit werde der Bedarf an Investitionen in die Pflege anerkannt und die Notwendigkeit eines besseren Schutzes der Menschenrechte älterer Europäer, einschließlich des Rechts auf ein würdevolles Alter, hervorgehoben. Die BAGSO sieht in der EU-Pflegestrategie einen wichtigen Beitrag zum Nachhaltigkeitsziel „Gesundheit und Wohlergehen“ der Agenda 2030 sowie zur laufenden UN-Dekade zum Gesunden Altern. Die BAGSO setzt sich dafür ein, Gesundheitsförderung im Alter in der EU-Pflegestrategie zu verankern und den Grundsatz „Prävention und Rehabilitation vor und während der Pflegebedürftigkeit" aufzunehmen. Die Mitgliedsstaaten sollten ermutigt werden, Initiativen im Bereich der Pflege mit Maßnahmen zur Förderung des gesunden Alterns im Rahmen der UN-Dekade zu verbinden.

Die BAGSO übermittelte ihr Positionspapier „Zukunft der Hilfe und Pflege zuhause“ mit dem Blick auf die Rahmenbedingungen für die Pflege zuhause und teilte Erkenntnisse zur Versorgung von pflegebedürftigen Menschen in Deutschland. Außerdem griff die BAGSO Forderungen der Initiative „Pflegegipfel jetzt! – Gemeinsam für eine starke Pflege in Deutschland“ auf, in der eine Neuausrichtung der professionellen Pflege und eine faire Verteilung der finanziellen Belastung gefordert werden.

In einem nächsten Schritt wird die Kommission eine Mitteilung zu einer europäischen Strategie für Pflege und Betreuung machen und einen Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zur Langzeitpflege vorlegen.

Zum Beitrag der BAGSO

Zu weiteren Informationen der Europäischen Kommission über die Pflegestrategie