Teilhabe braucht Vernetzung: Kommunale Seniorenarbeit und Migrantenorganisationen
Wie kann die Teilhabe älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte vor Ort verbessert werden? Und welche Rolle spielen dabei Migrantenorganisationen und kommunale Seniorenarbeit? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der digitalen Veranstaltung „Teilhabe braucht Vernetzung: Kommunale Seniorenarbeit und Migrantenorganisationen“ am 18. Juni 2026. Mehr als 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Seniorenorganisationen, Migrantenorganisationen sowie der kommunalen Senioren- und Integrationsarbeit tauschten sich darüber aus, wie Barrieren abgebaut und Teilhabechancen verbessert werden können.
In der Diskussion wurde deutlich:
- Begegnung auf Augenhöhe ist die Grundlage erfolgreicher Vernetzung. Gute Zusammenarbeit entsteht nicht auf dem Papier, sondern durch persönliche Kontakte, kontinuierlichen Austausch und langfristiges Engagement. Migrantenorganisationen sind für viele ältere Menschen wichtige Vertrauensorte und können als Brückenbauer zu kommunalen und staatlichen Angeboten wirken.
- Nachhaltige Kooperation braucht Strukturen und Ressourcen. Viele Migrantenorganisationen arbeiten ehrenamtlich und unter prekären finanziellen Bedingungen. Für dauerhafte Vernetzung braucht es deshalb hauptamtliche Koordination und eine verlässliche Finanzierung über kurzfristige Projektförderungen hinaus.
- Teilhabe muss unterschiedliche Lebenslagen berücksichtigen. Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Wohnort, sozialer Lage und Geschlecht. Besonders im ländlichen Raum sind weite Wege und eine geringere Dichte an Migrantenorganisationen Herausforderungen. Passgenaue und niedrigschwellige Angebote sind daher entscheidend.
Die BAGSO veranstaltete den Austausch gemeinsam mit dem Bundesverband Netzwerke von Migrant*innenorganisationen (BV NeMO), dem Zusammenschluss von rund 20 kommunalen Verbünden mit insgesamt mehr als 800 Migrantenorganisationen.