Ältere Migrantinnen und Migranten in der kommunalen Seniorenarbeit
Wie können ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte besser erreicht und in die kommunale Seniorenarbeit einbezogen werden? Dieser Frage widmete sich der 3. BAGSO-Austausch „Ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte“ am 14. Mai 2024. Rund 75 Engagierte aus Senioren- und Migrantenorganisationen sowie der kommunalen und interkulturellen Arbeit tauschten sich über Erfolgsfaktoren, gute Praxis und Möglichkeiten der Zusammenarbeit aus. Das BAGSO-Projekt Im Alter IN FORM stellte Ergebnisse seiner Arbeit zur Diskussion.
- Angebote müssen niedrigschwellig und passgenau sein. Erfolgreiche Seniorenarbeit nimmt ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte von Anfang an in den Blick und beteiligt sie an der Gestaltung. Kostenfreie, regelmäßige Angebote ohne Anmeldung sowie Sprachmittlung erleichtern den Zugang. Verbindende Themen wie Bewegung, Musik oder gemeinsame Erlebnisse sind geeignet, Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenzubringen.
- Persönliche Kontakte eröffnen Zugänge. Schlüsselpersonen mit Kontakten zu den Communities können wichtige Brücken bauen – etwa mehrsprachige Beschäftigte in Arztpraxen, Apotheken oder Integrationsdiensten. Auch ehrenamtlich Engagierte mit Zuwanderungsgeschichte sind wichtige Partner.
- Vernetzung braucht hauptamtliche Unterstützung. Kommunale Fachstellen können Kontakte zwischen Senioren- und Migrantenorganisationen initiieren, Netzwerke verstetigen und gemeinsame Angebote fördern. Das Beispiel des Zentrums für Migranten und Interkulturelle Studien (ZIS) in Bremen zeigt, wie gewachsene Kooperationen und langjährige Kontakte eine vielfältige Seniorenarbeit ermöglichen.
- Diversitätssensibilität beginnt mit der eigenen Haltung. Eine diversitätssensible Perspektive berücksichtigt den ganzen Menschen und seine Lebenslage. Dazu gehört, eigene Vorurteile zu reflektieren und Begegnungen offen und ohne festgelegte Erwartungen zu gestalten.