Pflegezeit analog zur Elternzeit

Empfehlungen des Beirats der Bundesregierung schnell umsetzen

Berufstätig sein und Angehörige pflegen muss sich in Zukunft besser vereinbaren lassen. Der unabhängige Beirat der Bundesregierung für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, dem die BAGSO angehört, hat im Juni 2019 in seinem ersten Bericht folgende Empfehlungen vorgelegt:

  • Pflegenden Angehörigen soll – so wie Eltern – ein Anspruch auf Lohnersatzleistung zustehen, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren oder vorübergehend unterbrechen.
  • Dieser Anspruch soll ab Pflegegrad 2 gelten und sich auf einen Zeitraum von bis zu 36 Monaten erstrecken, darunter die Möglichkeit einer Freistellung von bis zu sechs Monaten.
  • Ebenso wie berufstätige Eltern benötigen pflegende Angehörige einen Anspruch auf zehn arbeitsfreie Tage pro Jahr, um sich kurzfristig notwendigen Pflegeaufgaben widmen zu können.

Der Beirat der Bundesregierung für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wurde durch das Bundesfamilienministerium eingesetzt. Die BAGSO vertritt die Betroffenen im Beirat. Sie fordert, dass die Verbesserungen für pflegende Angehörige nun schnell umgesetzt werden.

"Jetzt muss die Bundesregierung handeln. Die allermeisten Pflegebedürftigen werden von Familienangehörigen gepflegt. Viele von ihnen sind berufstätig. Sie dürfen nicht gezwungen werden, ihren Beruf aufzugeben, um zu pflegen. Die Gesellschaft darf pflegende Angehörige nicht alleinlassen."

Franz Müntefering
BAGSO-Vorsitzender