Japan und Deutschland: Voneinander lernen

Japan ist das Industrieland, dessen Bevölkerung am stärksten und am schnellsten altert und schrumpft. Fast ein Drittel der Bevölkerung ist 65 Jahre oder älter, in Deutschland sind es rund 22 Prozent. Wie Deutschland steht Japan vor sozialen, politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen, die sich aus dem demografischen Wandel ergeben. Die BAGSO beteiligt sich seit 2017 an einem deutsch-japanischen Austausch von Fachkräften aus dem sozialen Bereich. Bei dem Programm, das zuletzt 2025 stattfand, hilft die BAGSO bei der Auswahl deutscher Nachwuchs-Führungskräfte aus der Seniorenarbeit und organisiert das Programm zur Seniorenarbeit für die japanischen Gäste in Deutschland. 

Ziel der Begegnungen ist es, voneinander zu lernen. Die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe machen den Austausch besonders interessant. Der Umgang mit einer immer größeren Anzahl an Pflegebedürftigen ist ein Thema, das schon lange Gegenstand des bilateralen Austauschs ist. So hat sich Japan bereits zur Jahrtausendwende an der deutschen Pflegeversicherung als Modell für die eigene Versicherung orientiert. 

Besonders beeindruckt hat die Teilnehmenden des Austauschs 2025 die zentrale Rolle von Kommunen im Bereich der Gesundheitsförderung sowie die ganzheitliche Demenzstrategie einer ländlich geprägten Region Japans, die auf Koexistenz und Prävention beruht. Koexistenz bedeutet hier, dass Menschen mit Demenz in Würde altern und friedlich mit Menschen ohne Demenz zusammenleben können. Auch von den intergenerationalen Projekten zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts konnten die Teilnehmenden für ihren beruflichen Alltag profitieren. Darüber hinaus berichteten sie von den durch Ehrenamtliche durchgeführten Haustürbesuchen bei sozial isolierten und/oder einsamen Menschen zur Linderung von Einsamkeit. 

Der Austausch von Fachkräften wird von der japanischen Regierung finanziert und vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) unterstützt. Auf der deutschen Seite liegt die Gesamt-Koordination bei der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland (IJAB e.V.).