Wie kann Künstliche Intelligenz dazu beitragen, ein möglichst gesundes und selbstbestimmtes Altern zu unterstützen? Mit dieser Frage beschäftigte sich das 5. Werkstattgespräch der Initiative „Partner der BAGSO“ am 28. September 2026 in Bonn. Die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen will mit der Partner-Initiative ihren Austausch mit Unternehmen und der Forschung stärken.
Das Werkstattgespräch wurde eröffnet mit einem wissenschaftlichen Impuls von Prof. Dr. Christiane Woopen, Direktorin des Center for Life Ethics der Universität Bonn und ehemalige Vorsitzende des Deutschen sowie des Europäischen Ethikrats. In ihrem Vortrag „Future Ageing: KI, Prävention und Lebensqualität“ beleuchtete sie die Bedeutung Künstlicher Intelligenz für die Zukunft des Alterns und stellte dabei ethische Fragen und Perspektiven in den Fokus. Die Chancen, die KI etwa für die Verbesserung der Diagnostik biete, seien immens. Und eine möglichst frühe und präzise Diagnostik könne für die Behandlung von Erkrankungen maßgeblich sein und diese auf vielfältige Weise unterstützen.
Gleichzeitig betonte Christiane Woopen, wie wichtig es sei, mit der Vorhersage individueller Krankheitsrisiken verantwortungsvoll umzugehen. Zentral sei in jedem Fall, dass die Selbstbestimmung der Person respektiert werde. Mit Blick auf die Entwicklung von KI stellte Christiane Woopen daher fest: „Je mehr Maschinen können, desto menschlicher müssen wir werden.“
In dem anschließenden Austausch stellte die BAGSO-Vorsitzende Dr. Regina Görner die Bedeutung von lebenslanger Bildung für ein gesundes und selbstbestimmtes Älterwerden heraus. Es brauche eine Stärkung von Bildungsmöglichkeiten, damit Menschen gute Entscheidungen für ihre gesundheitliche Vorsorge treffen können, betonte sie.
Die Initiative „Partner der BAGSO“ wurde 2022 vom BAGSO-Förderverein ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Engagiert für gesundes Altern“ will sie den Dialog zwischen der BAGSO als Interessenvertretung älterer Menschen und Akteuren aus der Wirtschaft fördern. Gemeinsam setzen sich die Partner dafür ein, gute Rahmenbedingungen für ein möglichst gesundes und selbstbestimmtes Älterwerden zu schaffen. Die Partnerunternehmen sind AstraZeneca, Novartis Deutschland, Pfizer Pharma und Sanofi-Aventis Deutschland. Zu den jährlichen Werkstattgesprächen der Initiative werden regelmäßig Fachleute aus der Wissenschaft eingeladen, die mit ihrer Expertise den Austausch bereichern.