Die elektronische Patientenakte (ePA) wird bisher nur von wenigen Versicherten aktiv genutzt. Um die Akzeptanz der ePA nicht nur bei älteren Menschen zu erhöhen, fordert die BAGSO eine einheitliche Gestaltung der ePA, die eine einfache und intuitive Bedienung ermöglicht. In ihrer Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen fordert die BAGSO zudem die flächendeckende Einführung von niedrigschwelligen Bildungsangeboten, um die digitalen Kompetenzen älterer Menschen zu fördern. Daneben ist ein Angebot zur individuellen und verlässlichen Beratung vor Ort im Sozialraum notwendig.
Nur ein klares und verständliches Design ermöglicht es, dass die ePA auch von Patientinnen und Patienten mit geringen technischen Vorkenntnissen genutzt werden kann. Nach Ansicht der BAGSO sollte die gematik Vorgaben für eine standardisierte und barrierefreie Gestaltung der ePA machen. Zudem sollten unterstützende Funktionen in die ePA integriert sein, wie z.B. Erläuterungen zu den Freigabeoptionen und Widerspruchsmöglichkeiten in leicht verständlicher Sprache.
Die BAGSO setzt sich zudem für eine Stärkung der informellen Selbstbestimmung bei digitalen Gesundheitsdaten ein. So muss eine differenzierte Datenfreigabe möglich sein. Insbesondere sollte eine separate Ablehnung der Datenverarbeitung durch KI-Systeme ermöglicht werden. Patientinnen und Patienten sollten selbst entscheiden können, ob ihre Daten in der kommerziellen und nicht-kommerziellen Forschung genutzt werden dürfen. Ein Widerspruch muss stets auch auf analogem Weg möglich sein.