Ein breites Bündnis aus Verbänden und Unternehmen fordert von der Bundesregierung, den Ticketverkauf bei grenzüberschreitenden Zugreisen zu vereinfachen und die Fahrgastrechte zu stärken. In einem offenen Brief an den Bundesverkehrsminister fordern sie, den Vorschlag der EU-Kommission in den europäischen Verhandlungen zu unterstützen. Dieser sieht vor, dass Bahnunternehmen verpflichtet werden, ihre Buchungsdaten verfügbar zu machen, und marktbeherrschende Ticketplattformen die Angebote aller Betreiber anbieten müssen. Zudem sollen Fahrgäste bei verpassten Anschlüssen das Recht bekommen, kostenfrei die nächste Verbindung zu nehmen. Neben der BAGSO haben den Brief sieben Verbände u.a. aus den Bereichen Jugend, Verbraucher und Umwelt sowie vier Unternehmen und eine Hochschule unterzeichnet.
In dem Brief an den designierten Verkehrsminister Steffen Bilger heißt es: „Trotz Fortschritten bei einzelnen Bahnunternehmen ist ohne einen starken rechtlichen Rahmen nicht zu erwarten, dass Reisende in einer Bahnwelt mit mehreren Zugbetreibern ausreichend einfache Ticketbuchungen und starke Fahrgastrechte bekommen. Ein klarer Rahmen für den Bahnsektor ist nötig.“
Dr. Regina Görner, Vorsitzende der BAGSO - Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen weist besonders auf die Bedürfnisse von Seniorinnen und Senioren hin: „Für ältere Menschen stellen digitale Ticketbuchungen häufig bereits eine Hürde dar. Es ist deshalb wichtig, dass sie alle Angebote auf der gewohnten Plattform buchen können. Das muss auch für Reisen ins europäische Ausland gelten. Um Stress bei Verspätungen und Zugausfällen zu reduzieren, braucht es zudem klare und kundenfreundliche Regeln, wie das gesetzlich verankerte Recht, bei einem verpassten Anschluss ohne Zusatzkosten den nächsten Zug nehmen zu dürfen.“
Der Offene Brief des Bündnisses