Vernetzungstag in Kassel | Bunt, aber unsichtbar? Menschen mit Demenz und Migrationshintergrund kultursensibel ansprechen, beteiligen und unterstützen

Viele Akteure in lokalen Hilfenetzwerken haben in den letzten Jahren neue Wege gefunden, um Menschen mit Demenz und Migrationshintergrund zu erreichen und ihre Lebensqualität zu verbessern. Sie haben sich mit anderen Organisationen vor Ort vernetzt, bestehende Angebote im Bereich Demenz kultursensibel weiter entwickelt und neue, mehrsprachige Informations- und Beratungsangebote aufgebaut.

Der Workshop zeigte die Herausforderungen im Handlungsfeld auf und stellte auf einem Basar gute Praxisbeispiele vor. Die Teilnehmenden tauschten sich über ihre Erfahrungen in der Ansprache von Menschen mit Demenz und Migrationshintergrund  aus, entwickelten Ideen für neue Angebote und formulierten Handlungserfordernisse für die Zukunft. Ein Schwerpunkt in der Diskussion war die Frage, wie die oft sehr heterogene Zielgruppe besser erreicht und weitere Akteure für das Handlungsfeld sensibilisiert werden können.

Einladung zum Vernetzungstag in Kassel am 6. September 2018


Vortrag Peter Wissmann, Demenz Support Stuttgart gGmbH

Demenz und Migration – ein Handlungsfeld für lokale Akteure und Hilfenetzwerke!?


Vortrag Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, Beratungsstelle für ältere Migrantinnen und Migranten HIWA

Interkulturalität und Demenz


Voneinander lernen: Basar der guten Beispiele

Gelungene Beispiele für kultursensible und niedrigschwellige Angebote im Bereich Demenz stellten vier Akteure aus Lokalen Allianzen und die Deutsche Alzheimer Gesellschaft im Rahmen eines Basars vor:


Interkulturelle Demenzbegleiterinnen und -begleiter, Silke Mattelé, Bildungswerk e.V., Herne

Ziel des Projektes der interkulturellen Demenzbegleiter/-innen in Herne ist es, demenzerkrankte Menschen mit Migrationshintergrund zu begleiten und zu betreuen, ihnen und ihren Familien Unterstützung nach § 45 SGB XI zu ermöglichen, insbesondere, wenn in der Familie die eigene Muttersprache gesprochen wird. Start des Projektes war in 2016. Projektpartner sind Bildungswerk e.V. und Soforthilfe Herne der St. Elisabeth Gruppe, Caritas Herne und Stadt Herne mit dem Fachbereich Gesundheit und dem Kommunalen Integrationszentrum. Die Schulung ist als modularisierte Ausbildung konzipiert und steht auf 3 Säulen: Vermittlung theoretischer Inhalte, Sammeln erster Erfahrungen im Praxisfeld, Verstehen der Perspektive Angehöriger. Ausgebildet sind mittlerweile 45 Demenzbegleiterinnen und 2 Demenzbegleiter. Die nächste Schulung beginnt voraussichtlich im Februar 2019.


Zugänge für Menschen mit Demenz und türkischer Migrationserfahrung, Mechthild Niemann-Mirmehdi, PUK der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus, Berlin.

Die seit 2014 bestehende "Lokale Allianz für Menschen mit Demenz in Berlin Mitte" hat ihr Netzwerk um Akteure mit Migrationserfahrung aus der Türkei und aus anderen Ländern erweitert, Befragungen mit Betroffenen und Familien mit türkischer Kulturerfahrung sowie mit Vertreterinnen und Vertretern türkischer Communities zum Thema Altern und Demenz durchgeführt und konkrete Bedarfe für kultursensible Angebote formuliert.


Gedächtnisprävention für russischsprachige Menschen mit und ohne kognitive Einschränkungen, Natalia Tsirina und Anna Hindemith, Deutscher Verein russischsprachiger Ärzte und Psychologen e.V., Essen

Die Gedächtnisschule ist ein Präventionsangebot für russischsprachige Menschen mit und ohne kognitive Einschränkungen. Das Konzept wurde gemeinsam durch das Demenz-Servicezentrum NRW für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, dem Deutschen Verein russischsprachiger Ärzte und Psychologen e.V. und der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf entwickelt.


Wege zur demenzfreundlichen, kultursensiblen Kommune, Angelika Seidler, Diakonisches Werk Darmstadt-Dieburg, Mehrgenerationenhaus (MGH)

Das Mehrgenerationenhaus Groß-Zimmern im Landkreis Darmstadt-Dieburg hat sich auf den Weg zu einer demenzfreundlichen Kommune gemacht. Das Bundesmodellprogramm wurde genutzt, um zusammen mit dem Pflegestützpunkt des Landkreises in vier Kommunen mit hohem Migrationsanteil (Groß-Zimmern, Babenhausen, Ober-Ramstadt, Pfungstadt) die Öffentlichkeits- und Angehörigenarbeit auszubauen sowie Qualifizierungen in kultursensibler Altenpflege, muttersprachliches Material und niedrigschwellige Angebote zu entwickeln.


Das Onlineportal www.demenz-und-migration.de, Astrid Lärm, Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V., Berlin

Die Website www.demenz-und-migration.de richtet sich an Menschen mit Demenz, die einen Migrationshintergrund haben, und an ihre Familien sowie an alle in der  Beratung und Altenhilfe Tätigen. Sie bietet grundlegende Informationen über Demenz in türkischer, polnischer und russischer Sprache, Informationen über Migration, Demenz und Kultursensibilität sowie weitere Links, Materialien und Kontaktadressen.


Themensammlung und Schlussrunde mit Ausblick und Wünschen an die Netzwerkstelle

Was bewegt uns – was wollen wir bewegen?


Bildergalerie

Foto: BAGSO
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