Schutzprogramme: Alle Betriebssysteme bieten Ihnen mit ihren Schutzprogrammen eine gute Grundsicherung. Wichtig ist jedoch, dass diese Sicherheitseinstellungen aktiviert sind. Über die Systemsteuerung Ihres Rechners gelangen Sie zum Sicherheitscenter. Dort können Sie die Einstellungen verwalten und automatische Aktualisierungen festlegen. Kostenpflichtige Programme sind zum Beispiel Kaspersky Internet Security, BitDefender Internet Security oder McAfee Security. Auch in dieser Sparte gibt es kostenfreie Programme, dazu zählen AntiVir - Avira Free Antivirus, avast Free Antivirus oder AVG AntiVirus Free. Bei vielen Programmen gilt, dass Ihnen bei der Installation zusätzliche – schadfreie – Programme angeboten werden. Sie sollten aber nur die Programme downloaden, die Sie wirklich möchten.

Updates (gesprochen: Appdets, engl., Aktualisierungen): Bei allen (Schutz-)Programmen ist besonders wichtig, dass Sie sie immer auf dem neuesten Stand halten. Da die Hersteller bemüht sind, bekannt gewordene Sicherheitslücken sofort zu schließen, bieten sie regelmäßig kostenlose Updates der Programme an. Weitere Hinweise, wie man seinen Computer gut schützt, gibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik auf seiner Internetseite www.bsi-fuer-buerger.de.

Firewall (gesprochen: Feierwol, engl., Brand(schutz)mauer): Zur wichtigen Grundausstattung eines Rechners gehört die Firewall, die stets eingeschaltet sein sollte und die Ihren Datenverkehr überwacht. Sie arbeitet wie ein Türsteher an Ihrer Haustür und verhindert im übertragenen Sinn, dass ungebetene Gäste in Ihr Haus eindringen, sich umschauen, Sachen mitnehmen oder mutwillig zerstören. Kostenlose Programme zusätzlich zu der mit Ihrem Betriebssystem ausgelieferten Firewall sind zum Beispiel Comodo Internet Security, ZoneAlarm Free Antivirus + Firewall oder Sygate Personal Firewall. Diese Gratis-Versionen bieten einen grundlegenden Schutz, werben aber in der Regel auch für weitere kostenpflichtige Varianten.

Mögliche Angreifer

Viren und Würmer: Beides sind Programme, die die Anwendungssoftware und das Betriebssystem manipulieren und unbrauchbar machen können. Würmer haben die unangenehme Eigenschaft, die Infrastruktur Ihres Computers zu nutzen, um sich selbst zu vervielfältigen, nachdem sie – von Ihnen ungewünscht und unbemerkt – installiert wurden. Beispielsweise lesen Würmer die in Ihrem E-Mail-Programm gespeicherten Adressen aus, um die Empfänger anzuschreiben und sich so weiter zu verbreiten.

Spyware (gesprochen: Speiwehr, engl. Kunstform aus spy, Spion, und Software): Die Firewall schützt vor Spyware, die ausspioniert, welche Seiten Sie im Internet besuchen und welche Benutzerdaten Sie dort angeben. Diese sind für die Werbewirtschaft von hohem Wert. So kann es Ihnen passieren, dass Sie plötzlich während des Surfens oder über E-Mail zielgerichtete Werbeangebote erhalten.
Trojaner tarnen sich besonders perfide: Korrekterweise eigentlich als „Trojanische Pferde“ bezeichnet, verstecken sie sich in nützlichen Programmen, installieren aber oft im Hintergrund Software, die es nicht immer gut mit Ihrem Rechner meint. Das können z. B. Spionageprogramme sein, die Ihre Tastatureingaben aufzeichnen oder Ihren Computer unbemerkt fernsteuern.

Wichtige Verhaltensregeln:

  • Laden Sie sich keine Dateien von unbekannten oder zweifelhaften Internetseiten herunter.
  • Installieren Sie nur seriöse Software.
  • Öffnen Sie keine E-Mails und E-Mail-Anhänge von Ihnen unbekannten Absendern.
  • Gehen Sie mit Bedacht vor, wie Sie es auch im realen Leben tun.

Digitaler Nachlass

Was gehört alles zum digitalen Nachlass?
Zum digitalen Nachlass gehören alle Online-Konten des Verstorbenen, z.B. Guthaben bei Online-Spielen; Versteigerungen bei E-Bay, Zugang zum Telekommunikationsvertrag etc. Auch Daten, die sich auf PC, Laptop, Festplatte oder USB-Stick des Verstorbenen befinden, können für den digitalen Nachlass wichtig sein. Der Erbe erbt zudem auch gekaufte Software, E-Books, MP3s etc. und darf diese nutzen. Viele dieser digitalen Güter sind jedoch zur Nutzung an den individuellen Account des Verstorbenen gebunden. Eine Umregistrierung bzw. Übertragung des Accounts auf den Erben ist in der Regel nicht möglich. Damit wird eine Nutzung unmöglich gemacht, wenn der Erbe die Zugangsdaten zum Account nicht hat.

Wie regle ich meinen digitalen Nachlass?
Es sollten eine Person oder mehrere bestimmt werden, die das digitale Erbe im Todesfall verwalten. Da die Rechtslage nicht eindeutig ist, sind Erben auf die Bestimmungen der Anbieter angewiesen. Um das zu umgehen, sollten alle Passwörter zu Sozialen Netzwerken, E-Mail-Accounts, Blogs, Online-Shopping-Konten etc. gut verwahrt werden, z.B. auf einem verschlüsselten USB-Stick. Auch Passwortmanager können bei der Verwaltung der vielen Passwörter helfen. Nur das Master-Passwort muss dann an eine Vertrauensperson weitergegeben werden. Zudem sollte eine Anleitung, was mit den Accounts bzw. den Daten passieren soll, sicher verwahrt werden, z.B. in einem Safe oder Bankschließfach. Von Unternehmen, die gegen eine Gebühr Passwörter und Anweisungen im Todesfall an eine auserwählte Person weitergeben, ist abzuraten.

Warum sollte ich mich um meinen digitalen Nachlass kümmern?
Erben treten in die Rechtsstellung des Verstorbenen, d.h. sie erhalten Vermögen und Schulden des Verstorbenen. Der Zugang zu Online-Konten des Verstorbenen ist für sie daher notwendig, um laufende Geschäfte wie Internetauktionen, Bestellungen bei Online-Versandhändlern, online gebuchte Urlaubsreisen etc. abzuwickeln. Die Verwaltung der Online-Konten von Verstorbenen stellt Erben aber vor eine Vielzahl rechtlicher und praktischer Probleme. Rechte der Erben und Fragen über die Vererbbarkeit der Online-Konten einschließlich der Inhalte sind weitgehend ungeklärt. Ohne Passwörter und andere Zugangsdaten wie die E-Mail-Adresse haben die Erben in der Regel keinen Zugriff auf die Online-Konten des Verstorbenen. Es ist es in der Praxis oft schwierig, den digitalen Nachlass zu regeln bzw. seinen Erbpflichten nachzukommen.

Verbraucherschutz: Digitaler Verbraucherschutz ist heute vielfältiger denn je. Zum einen gibt es viele Tipps und Anregungen, wie Sie sich als Verbraucher sicher im Internet bewegen, z.B. auf den Seiten der www.verbraucherzentrale.de, aber das Internet bietet den Nutzerinnen und Nutzern auch die Möglichkeit den Verbraucherschutz aktiv zu betreiben, z.B. mit Hilfe von Plattformen wie www.lebensmittelklarheit.de oder www.marktwaechter.de. Im Rahmen solcher Angebote haben auch Sie die Möglichkeit, als Verbraucher auf Missstände hinzuweisen und Einfluss zu nehmen.