Ausgabe 01/2000  

    

  

Bundesmodellprogramm

"Selbstbestimmt Wohnen im Alter“

 

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend führt seit 1998 ein Modellprogramm „Selbstbestimmt Wohnen im Alter“ durch. 

 

Ziel des Modellprogramms ist es, einen bundesweiten Wissenstransfer über Fragen des Wohnen im Alter aufzubauen und einen breiten öffentlichen Diskurs hierüber anzuregen. 

 

Wohnen soll dabei nicht eingeschränkt auf bauliche Gegebenheiten gesehen werden, sondern auch die Lebensumwelt der älter werdenden Menschen einbeziehen. Dabei soll Planung und Beratung nicht erst dann einsetzen, wenn eine Person hilfs- oder pflegebedürftig geworden ist, sondern bereits zu einem frühen Zeitpunkt erfolgen, um im Hinblick auf die Belange des Wohnens im Alter Weichen zu stellen.

Zentral ist das „Normale“ Wohnen und dabei insbesondere die altersmäßige Durchmischung der Bewohnerstrukturen in Häusern, Siedlungen und Wohnquartieren. 

 

Im Modellprogramm sind insgesamt 12 Koordinierungsstellen eingerichtet worden, die älter werdende Menschen und ihre Angehörigen, Architekten, Anbieter von Wohnraum und Versorgungsleistungen sowie Städteplaner und kommunale Entscheidungsträger bei Fragen einer altersgerechten Wohnungs- und Wohnumfeldgestaltung beraten.

Hierzu gehört auch die Vernetzung mit Angeboten der Versorgung und Pflege sowie die Verknüpfung mit Aktivitätsmöglichkeiten und Angeboten der sozialen Integration. 

Den einzelnen Koordinierungsstellen sind konzeptionelle Schwerpunkte zugeordnet; technische Hilfen im Haushalt, Erhalt von aus der Sozialbindung fallenden Altenwohnungen, Umzugsmanagement, Aufbau von örtlichen Informationssystemen, Berücksichtigung der Belange des Wohnens im Alter bei Konversionsvorhaben und Neubauten, gemeinsames Wohnen von Jung und Alt, in Bezug auf Bausubstanz und Bewohner-Strukturen älter werdender Siedlungen, neue Wohnformen, häusliche Versorgung, soziale Integration von Migrantinnen und Migranten, Plattenbausiedlungen, Betreutes Wohnen, Wohnumfeldgestaltung, Wohnen und Versorgung im ländlichen Raum, Formulierung einer kommunalen Altenwohnpolitik. 

 

Standorte 

 

Folgende Koordinierungsstellen wurden eingerichtet: 

 

Bochum: Wohnbundberatung NRW 

Bremen : Stadt Bremen und Architektenkammer Bremen 

Dresden: SÜDOST WOBA Dresden GmbH + Volkssolidarität Dresden 

Erfurt: Schutzbund der Senioren und Vorruheständler e.V. 

Halle: Senioren-Kreativ-Verein 

Hamburg: Paritätischer Landesverband + Seniorenbüro + Barrierefrei Leben e.V. 

Hannover: Forum für gemeinschaftliches Wohnen im Alter e.V. + Arbeitskreis humane Architektur  

Heidelberg: Stadt Heidelberg 

Kassel: Arbeiterwohlfahrt Kassel + Alternatives Wohnen e.V. 

Lahnstein: Caritasverband Rhein-Lahn- e.V. 

München: Stadtteilarbeit Milbertshofen e.V. 

Perleberg: Deutsches Rotes Kreuz Perleberg 

 

Es wird zu jedem Schwerpunkt bei der entsprechenden Koordinierungsstelle einen Workshop geben, in dem der verfügbare Wissensstand vorgestellt, über die Erfahrungen der Koordinierungsstelle berichtet und ein Erfahrungstransfer innerhalb und außerhalb des Modellprogramms eingeleitet wird. 

 

Im Modellprogramm soll eine starke Gewichtung von Bewohnerpartizipation erfolgen, die bisher in der Wohnberatung kaum thematisiert wurde. 

 

Die Arbeit der Koordinierungsstellen wird flankiert durch Begleitprojekte: 

 

     

  • Datenbank,
  • wissenschaftliche Beratung und Begleitung,
  • wissenschaftliche Schwerpunktberatung,
  • intensive Öffentlichkeitsarbeit und 
  • einem ständigen Diskusssionsforum.

 

Voraussetzung für den erwünschten bundesweiten Wissenstransfer ist die Datenbank, die beim KDA (Kuratorium Deutsche Altershilfe) aufgebaut wird, und in der rechtliche Regelungen, Baustandards, Praxisbeispiele und Kontaktadressen abrufbar sein werden. 

 

Ansprechpartnerin beim KDA ist Ursula Kremer-Preiß, telefonisch erreichbar unter: 0221 93 18 47 38, per Fax unter 0221 93 18 47 6 oder per e-Mail: ursula.kremer-preiss@kda.de

 

Die wissenschaftliche Begleitung wurde an das IES - Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung Hannover (in Kooperation mit dem Büro für sozialräumliche Forschung und Beratung) - vergeben, es legt seinen Schwerpunkt auf vernetzende Aktivitäten, Informationsvermittlung und Erfahrungsaustausch und nimmt auch jüngere Altersjahrgänge ins Blickfeld.

Die Aufgaben der wissenschaftlichen Begleitung umfassen: 

 

     

  1. Vermittlung von zentral gesammelten Informationen (KDA-Datenbank) an die Koordinierungsstellen 
  2. Betreuung der Koordinierungsstellen (Beratung, Erfahrungsaustausch, Evaluation der Arbeit, Vernetzung im kommunalen Umfeld) 
  3. Erfahrungstransfer zwischen den Koordinierungsstellen 
  4. Auswertung und Dokumentation von Lösungsansätzen für typische Problemkonstellationen 

 

Eine ergänzende Schwerpunktberatung für fachspezifische Sonderfragen wurde beim ISG (Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik) sowie bei Fa. Weeber und Partner angesiedelt.

 

Diese Institute beraten in Hinblick auf Probleme des Plattenbaus (FA. Weeber und Partner) sowie unter dem Aspekt der Verknüpfung mit Pflege- und Versorungsdiensten (ISG). 

 

Um einen breiten öffentlichen Diskurs über Fragen des Wohnens im Alter anzuregen, wurde ein ständiges Diskussionsforum eröffnet, in dem Vertreter von zentralen Organisationen, Verbänden, Ländern und Wissenschaft vertreten sind. 

 

Es soll das Programm kritisch begleiten und das Thema „Wohnen im Alter“ bundesweit auf den unterschiedlichsten Ebenen und in verschiedenen Kontexten einer öffentlichen Diskussion zuführen. 

 

Der breite öffentliche Diskurs über die Fragen des Wohnens im Alter wird unterstützt durch eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit. 

 

Einzelelemente der Öffentlichkeitsarbeit sind: 

 

Printmedien 

Dokumentationsreihe „Wohnen im Alter“ (in Kürze stehen in der Dokumentationsreihe zur Verfügung: die Bände 1 bis 3 mit den Titeln „Neue Wohnmodelle für das Alter“, „Leitlinien, Akteure, Vernetzung, 1. Workshop 1./2. Dezember 1998 in Erfurt“, und „Wohnungen für betreute Wohngruppen alter Menschen“. 

Die 31-seitige Broschüre „Wie wohnen, wenn man älter wird? sowie vierteljährlich erscheinende Informationsblätter (Newsletter) für die Koordinierungstellen und die Fachöffentlichkeit über den Fortgang des Modellprogramms. Sie sind zu beziehen über: 

 

IBRo Funk & Marketing GmbH 

Dorfstr. 54 

18184 Roggentin 

Fax: 03 82 04 6 62 19 

E-Mail: dm@IBRo.de 

Die Artikelnummern: 

Broschüre: 1131, Faltblatt: 1126; NL1/99 = 1125; NL2/99 = 1127, NL3/99 = 1128, NL4/99 = 1129. 

 

Elektronische Medien 

Fernsehspots, Videofilm „Konserven“ für Rundfunksender, Fotoarchiv 

Material für eine Präsentation auf Verbraucher- und Fachmessen 

Wanderausstellung/Plakate 

 

Informationen über das Modellprogramm werden im Internet-System des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bereitgestellt werden. 

 

Im Rahmen dieses Modellprogramms plant das BMFSFJ in Potsdam am 18./19. September 2000 einen Zukunftskongreß „Wohnen im Alter“.

Interessenten können sich das KDA wenden: anneliese.wolff@kda.de