Betreutes Wohnen

Betreutes Wohnen ist für Sie eine gute Alternative, wenn Sie noch so gesund sind, dass Sie weitgehend selbstständig leben können und nur geringfügige Unterstützung benötigen. Außerdem Ihnen das betreute Wohnen die Sicherheit, dass im Notfall schnelle Hilfe organisiert werden kann.

In der Broschüre „Länger zuhause wohnen – ein Wegweiser für das Wohnen im Alter“ (2015) des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), die im Rahmen des Projektes „Zuhause im Alter“ erstellt wurde, finden Sie umfassende Informationen sowohl zum betreuten Wohnen zu Hause als auch in einer Wohnanlage bzw. in einer Wohn- und Hausgemeinschaft. Zusätzlich steht eine englische Version der Broschüre zur Verfügung.

Zu Hause betreut wohnen

Wenn Sie eine altersgerechte Wohnung haben, in der Sie wohnen bleiben können, besteht für Sie u.a. die Möglichkeit, sich von einem ambulanten Dienst betreuen zu lassen. Diese Form der ambulanten Betreuung wird vielfach unter der Bezeichnung „Wohnen plus“ angeboten. Die Leistungen des Betreuungsdienstes werden vertraglich festgelegt. Hierzu gehören in der Regel ein Notrufsystem, regelmäßige Hausbesuche sowie Beratung und Koordination der erforderlichen Hilfsmaßnahmen. Erhöht sich der Betreuungsbedarf, kann der Betreuungsservice seine Dienste umgehend aufstocken.

Weitere Informationen zur Pflege zu Hause und zu verschiedenen Unterstützungs- und Hilfsangeboten finden Sie auf der BAGSO-Internetseite unter dem Bereich Pflege zu Hause.

Betreut wohnen in einer Wohnanlage und in einem Seniorenwohnheim

Ist Ihre Wohnung – oder das Umfeld – nicht altersgerecht, kann der Umzug in eine Wohnanlage mit Betreuung eine gute Alternative sein. Diese Form des betreuten Wohnens wird auch "Service-Wohnen" oder "Unterstütztes Wohnen" genannt.

Beim betreuten Wohnen in einer entsprechenden Anlage mietet oder kauft man eine altersgerechte, d.h. barrierefreie Wohnung. Diese kann in einer integrierten Wohnanlage angesiedelt sein oder in einem Komplex von Altenwohnungen. Zusätzlich geht man auf einen Betreuungsvertrag, der mit dem Kauf- oder Mietvertrag verpflichtend verknüpft ist, ein. Dieser umfasst einen Grundservice (Notruf, Beratung, das Bereitstellen von Gemeinschaftsräumen und sächlichen Mitteln wie Leitern oder Rollwagen). Übersteigt der Bedarf diesen Grundservice können weitere Betreuungsangebote, auch von anderen Anbietern, in Anspruch genommen werden.
 
Auch Seniorenwohnheime und Seniorenstifte bieten diese Wohnform an. Hier lebt man weiterhin selbstständig, führt einen eigenen Haushalt, genießt seine Privatsphäre und erhält nur im Bedarfsfall Betreuung und Pflege. Zum Konzept dieses betreuten Wohnens gehört es, dass Veranstaltungen angeboten werden. Sie sollen den Kontakt und Austausch mit anderen Bewohnern der Anlage und bisweilen auch mit dem Umfeld im Quartier erleichtern.

Wohnen in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft

Eine weitere Alternative – auch für schwer Pflegebedürftige – stellen ambulant betreute Wohngemeinschaften dar. Sie werden auch als „betreute Hausgemeinschaften“, „ambulant betreute Wohngruppen“, oder „Pflegewohngruppen“ bezeichnet. Vielfach sind diese Wohngruppen auf Demenzkranke spezialisiert.  

Bei ambulant betreuten Wohngemeinschaften hat jeder Bewohner einen Schlaf- und Wohnbereich. Zusätzlich gibt es Gemeinschaftsbereiche wie Wohnzimmer und Küche, die von allen genutzt werden können. Betreuungskräfte sorgen für die Wohngruppe, dabei steht die reibungslose Haushaltsführung im Vordergrund. Ein ambulanter Pflegedienst kann ihn im Bedarfsfall individuell unterstützen.

Ab 2017 erhalten auch Pflegebedürftige im neuen Pflegegrad 1 mit dem Pflegestärkungsgesetz II (PSG II) eine Anschubfinanzierung für die Gründung einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft und bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen einen monatlichen Wohngruppenzuschlag. Nähere Informationen und eine tabellarische Übersicht zu den Änderungen bei diesen Leistungen finden Sie auf der Internetseite www.pflegestaerkungsgesetz.de des Bundesministeriums für Gesundheit.

Qualität

Da es zum betreuten Wohnen – mit Ausnahme der ambulant betreuten Wohngemeinschaft – keine gesetzlichen Vorschriften gibt, wurden DIN-Normen entwickelt. Als freiwilliges Qualitätsinstrument kann DIN 77800 Orientierung und Sicherheit bieten. Sie bezieht sich auf das Leistungs- und Wohnangebot, die Dienstleistungen, den Vertrag und qualitätssichernde Maßnahmen. Damit gibt es für betreutes Wohnen verlässliche Maßstäbe für Qualität und Sicherheit.
 
Die Angebote zum betreuten Wohnen sind sehr unterschiedlich. Orientierung bei der Suche nach einem passenden Angebot gibt die BAGSO-Checkliste zum betreuten Wohnen. Mit ihrer Hilfe können Sie die Qualität einer betreuten Wohnanlage prüfen und verschiedene Angebote miteinander vergleichen.