Vorwort

Als unabhängiger gemeinnütziger Dachverband hat sich die BAGSO seit ihrer Gründung 1989 immer weiter entwickelt, indem sich in den vergangenen Jahren fast 80 bundesweit aktive Seniorenverbände der BAGSO angeschlossen haben. Als Interessenvertretung der älteren Generationen hat sich die BAGSO beim Sozial- und Wirtschaftsrat der Vereinten Nationen, bei der Europäischen Union, in Bundestag und Bundesregierung Zugänge verschafft, die eine echte Interessenvertretung ermöglichen. Aufgrund der unterschiedlichen Lebenssituationen, Bedürfnisse und Probleme älterer Menschen, muss die Interessenvertretung der älteren Generationen daher sehr differenziert ausgerichtet werden.

Interessenvertretung oder Lobby für ältere Menschen bedeutet für einen Dachverband wie die BAGSO, dass neben den Bedürfnissen und Problemlagen, die sich stellen, perspektivische Strategien entwickelt bzw. weiterentwickelt werden. Dabei sind die Veränderungen der Lebenssituationen, der Alters- und Sozialstrukturen in Deutschland und in Europa zu berücksichtigen. In einem zu verstärkenden Partnerschafts- und Dialogprozess können ältere Menschen vielfältige Erfahrungen aus allen Lebensbereichen mit einbringen, durch die eine Partnerschaft zwischen allen Generationen weiter ausgebaut und gefestigt werden kann. Aus zahlreichen Veröffentlichungen wissen wir, dass sich die Lebenserwartung älterer Menschen in den vergangenen Jahren immer weiter nach oben entwickelt hat, womit sich viele Möglichkeiten und Chancen älterer Menschen, der Familien, aber auch der Gesellschaft verbinden. Die nachberufliche Lebensphase umfasst mehr als zwei Jahrzehnte, für die Lebensplanungen und Lebensgestaltungen entwickelt werden müssen. Dies geschieht dadurch, dass zum einen die in der BAGSO organisierten Verbände sich in ihren jeweiligen Arbeitsfeldern und Aufgabenbereichen mit und für ältere Menschen engagieren und die Interessen der organisierten älteren Menschen insgesamt über die BAGSO in die politische und gesellschaftliche Diskussion eingebracht werden müssen.

Der jüngst veröffentlichte 3. Altenbericht der Bundesregierung macht deutlich, dass ältere Menschen zunehmend ihre politische und soziale Verantwortung wahrnehmen müssen, um Gesellschaft und Staat weiter zu entwickeln.

Bekanntlich leben wir in einer Informationsgesellschaft, in der Information und Kommunikation sich permanent und in den nächsten Jahren weiterhin rasend schnell entwickeln werden. Von daher wird die Bildungsarbeit, die viele unserer Verbände leisten zunehmend an Bedeutung gewinnen, damit sich ältere Menschen verstärkt in die Meinungsbildungsprozesse einbinden lassen können. Im Gegensatz zu früheren Generationen müssen sich ältere Menschen heute verstärkt mit neuen Techniken und neuen Medien auseinandersetzen, um sich so an den Veränderungsprozessen beteiligen zu können. Dabei geht es darum, an Altbewährtem festzuhalten, sich aber neueren Herausforderungen nicht zu verschließen und offensiv mit zu gestalten.

Die BAGSO und ihre Mitgliedsverbände haben insbesondere die Aufgabe, ihre Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten, zu formulieren und gegenüber der Öffentlichkeit zu vertreten. Weiterhin müssen Positionen der Interessenvertretung älterer Menschen erarbeitet, diskutiert und durchgesetzt werden, damit sich die BAGSO als Sprachrohr der älteren Generationen weiterentwickeln kann. Die perspektivische Ausrichtung der BAGSO und ihrer Mitgliedsverbände wird von daher in den nächsten Jahren im Vordergrund der eigenen Arbeit stehen.

 

Clemens Pick, MdL