Pflegeberatung

Ob es um eine vorsorgliche Beratung oder um eine Beratung aufgrund eines aktuell eingetretenen Pflegefalls geht – die Pflegeberatung sollte in jedem Fall eine der ersten Anlaufstellen sein.
Eine vorsorgliche Beratung ist oftmals telefonisch, per E-Mail, in einer Beratungsstelle oder auch zu Hause möglich. Häufig gibt es auch die Möglichkeit, anonym zu bleiben.
Der Anspruch auf eine kostenlose und individuelle Beratung ist für Personen, die schon Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten oder einen Antrag gestellt haben und bei denen erkennbar ein Hilfe- und Beratungsbedarf besteht, durch § 7 a SGB XI, gesetzlich verankert.
Mit dem Pflegestärkungsgesetz II (PSG II) erhalten auch pflegende Angehörige oder weitere Personen einen eigenen Anspruch auf Pflegeberatung.

Außerdem bekommt jeder, der erstmals Leistungen bei der Pflegeversicherung beantragt, automatisch das Angebot für eine Beratung, die innerhalb von zwei Wochen durchzuführen ist. Die Beratung ist freiwillig.

Pflegeberaterinnen und Pflegeberater sind speziell ausgebildet und sollen pflegebedürftige Personen und Angehörige etc. unterstützend begleiten und beraten. Auf Verlangen führen sie die Beratung auch zu Hause und zu einem späteren Zeitpunkt durch.

Pflegebedürftige, die ausschließlich Pflegegeld beziehen, werden regelmäßig zu Hause aufgesucht, um so die Qualität der häuslichen Pflege zu sichern. Dabei kann auch eine Beratung in Anspruch genommen werden.

Weitergehende Informationen zu Möglichkeiten der Pflegeberatung, Pflegeberaterinnen und -beratern und deren Aufgaben erhalten Sie in dem „Ratgeber zur Pflege“ (2016) des Bundesministeriums für Gesundheit.

Pflegeberatung der Pflegekassen

Gesetzlich Versicherte erhalten ihre Pflegeberatung durch qualifizierte Pflegeberaterinnen und -berater direkt von der Pflegeversicherung, sie können aber auch das Beratungsangebot von sogenannten Pflegestützpunkten nutzen.

Seit 2009 werden in vielen Bundesländern Pflegestützpunkte eingerichtet. Sie vernetzen die bisherigen Beratungsangebote der verschiedenen Träger. Pflegestützpunkte bündeln die pflegerischen, medizinischen und sozialen Leistungen, d.h. hier können viele Fragen an einer Stelle beantwortet werden. In Pflegestützpunkten gibt es auch Ansprechpartnerinnen und -partner für finanzielle und rechtliche Fragen. Pflegestützpunkte sind Anlaufpunkte sowohl für Pflegebedürftige selbst als auch Personen, die ihre Pflege und Betreuung organisieren, meist Familienmitglieder. Die Beratung kann telefonisch, in der Beratungsstelle oder bei der pflegebedürftigen Person zu Hause erfolgen. Informationen über einen Pflegestützpunkt in Wohnortnähe gibt die Pflegekasse. Sie finden eine gute Übersicht auf den Internetseiten des Zentrums für Qualität in der Pflege.

Pflegeberatung der privaten Krankenversicherungen

Die privaten Krankenversicherungen bieten für ihre Versicherten über die COMPASS Private Pflegeberatung eine neutrale und kostenlose Pflegeberatung an: www.compass-pflegeberatung.de. Sie kann per E-Mail, Telefon und auf Wunsch auch vor Ort, z. B. zu Hause oder in einer stationären Pflegeeinrichtung, erfolgen. Außerdem gibt es einen speziellen Service für Gehörlose. Die Beratung kann von einem einmaligen Gespräch bis hin zu einer längerfristigen Begleitung reichen.


Zusätzliche Angebote für Angehörige

Eine schriftliche psychologische Online-Beratung für Angehörige, Freunde oder Nachbarn, die einen Menschen pflegen und gesetzlich versichert sind, bietet die Internetseite www.pflegen-und-leben.de.

Die BAGSO hat  in Zusammenarbeit mit der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung
(DPtV) den Ratgeber  „Entlastung für die Seele – Ein Ratgeber für pflegende Angehörige“ (2014) veröffentlicht. In diesem finden Angehörige fundierte Informationen dazu, wie sie sich im Pflegealltag entlasten können und eine Balance zwischen Pflege und eigenem Alltagsleben halten. Sie können ihn kostenfrei in der BAGSO-Geschäftsstelle - auch in einer größeren Stückzahl - bestellen (bestellungen@bagso.de).