Anpassung der Wohnung an Pflegebedürfnisse

Damit die Pflege zu Hause möglich ist, muss die Wohnung gegebenenfalls an die veränderten Bedürfnisse, wie z.B. Barrierefreiheit, angepasst werden. Sind Anpassungsmaßnahmen erforderlich, damit der Pflegebedürftige in seiner vertrauten Wohnung gepflegt werden kann, übernimmt die Pflegekasse die Kosten für Umbaumaßnahmen in einer Höhe von bis zu 2.557 €.

Das Pflegebett

Eine wichtige Anpassungsmaßnahme an die veränderte Lebenssituation ist das Aufstellen eines Pflegebetts, das in der Höhe so verstellt werden kann, dass die Pflege rückenschonend ausgeübt werden kann. Aber auch der Pflegebedürftige profitiert davon: durch die höhenverstellbaren Liegeflächen kann er das Bett an seine individuellen Bedürfnisse anpassen. Der Bettbügel erlaubt es ihm, sich gegebenenfalls auch aus eigener Kraft aufzurichten und nicht jedes Mal die pflegende Person um Hilfe zu bitten.

Das Badezimmer

Mit geringem Aufwand lässt sich durch das Anbringen von stabilen Haltegriffen an Badewanne, Dusche, Toilette und Waschbecken die Sicherheit im Badezimmer verbessern. An den Griffen kann sich der Pflegebedürftige festhalten, aufstützen oder hochziehen. Auf dem Boden verhindern griffige Fliesen oder Gummimatten, dass er ausrutscht.

Eine ebenerdige Dusche oder ein sehr niedriger Duschkabinenrand erleichtert den Zugang. Eine rutschfeste Matte auf dem Duschkabinenboden gibt Halt. In der Dusche sollte ein Duschsitz angebracht sein, damit sich der Pflegebedürftige hinsetzen kann.

Ein Badewannenbrett, das quer über die Wanne gelegt und stabil befestigt wird, erleichtert den Einstieg und kann zugleich als Sitzgelegenheit beim Duschen in der Wanne dienen. Reicht das Badewannenbrett nicht, um dem Pflegebedürftigen den Zugang zur Badewanne zu ermöglichen, kann ein Badewannenlift installiert werden. Auch die Wanne sollte zusätzlich mit einer rutschfesten Gummimatte ausgestattet sein.

Viele Toiletten sind so niedrig angebracht, dass sich pflegebedürftige Menschen nur schwer wieder erheben können. Erhöhende Aufsätze, die auf das Toilettenbecken aufgebracht werden, erleichtern das Aufstehen.
Waschbecken sollten so hoch angebracht sein, dass man sich auch im Sitzen daran waschen kann. Außerdem sollte rund um das Becken so viel Platz sein, dass eine pflegende Person dem Pflegebedürftigen beim Waschen helfen kann.

Informationen zum barrierefreien Badezimmer

Hilfsmittel

Hilfsmittel sind alle Geräte und Mittel, die für die Pflege benötigt werden. Sie sollen der Pflegeperson die Arbeit erleichtern. Gleichzeitig sollen sie dem Pflegebedürftigen ein möglichst selbstständiges Leben ermöglichen und seine Beschwerden lindern. Zu den Hilfsmitteln gehören Geräte wie Duschhilfen oder ein Notrufsystem und Verbrauchsgegenstände wie Einmalhandschuhe oder Betteinlagen. Der Grad der Pflegebedürftigkeit und das Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) bestimmen, ob Hilfsmittel benötigt werden und welche.  

Hilfs- und Pflegehilfsmittel im Internet gelistet

Ab sofort ist es möglich, per Internet auf das Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen zuzugreifen. Über 20.000 Hilfsmittel aus 39 Produktgruppen sind auf der Internetseite des GKV-Spitzenverbandes jeweils aktuell gelistet. Mit Hilfe des Hilfsmittelverzeichnisses können technische Angaben, Qualitätsanforderungen, Detailinfos zu den jeweiligen Produktgruppen, Erläuterungen zu den verschiedenen Anwendungsgebieten sowie die jeweiligen einzelnen Hilfsmittel einer Produktart abgerufen werden.

Finanzierung der Hilfsmittel

Sieht das Gutachten des MDK für den Pflegebedürftigen bestimmte Hilfsmittel vor, werden diese in Form einer Sachleistung zur Verfügung gestellt. Geräte wie das Pflegebett werden dem Pflegebedürftigen in der Regel nur leihweise überlassen. Werden Hilfsmittel gekauft, muss der Pflegebedürftige 10 % zuzahlen – maximal jedoch 25 € pro Hilfsmittel.  Übersteigen die Kosten für das Hilfsmittel allerdings die von der Pflegekasse festgesetzte Obergrenze, muss der Pflegebedürftige die Mehrkosten selbst bezahlen. Kosten für Verbrauchsgüter wie Einmalhandschuhe erstattet die Pflegekasse in einer Höhe bis 31 € im Monat.