Bei der Wahl eines Pflegeheims bieten Informationsplattformen die Möglichkeit, sich vorab zu informieren. Das Heimverzeichnis  fokussiert dabei die Lebensqualität in Pflegeheimen, weitere Websites informieren über die Qualität . Die Inanspruchnahme einer Pflegeberatung ist ebenfalls sinnvoll.

Vollstationäre Versorgung

Eine vollstationäre Versorgung im Heim erfolgt meistens, wenn die Pflege zu Hause nicht ausreicht oder nicht möglich ist. Wurde ein Pflegegrad festgestellt, zahlt die Pflegekasse die Kosten für die Pflege bis zu dem gesetzlich festgelegten Höchstsatz des jeweiligen Pflegegrads. Alle darüber hinausgehenden Kosten muss der Pflegebedürftige selbst bezahlen. Die Höhe steigt aber nicht mehr, wenn ein höherer Pflegegrad festgestellt wird. Hierzu gehören der pflegebedingte Eigenanteil und alle übrigen Positionen des monatlichen Heimentgelts, nämlich:

  • die Kosten für die Unterbringung und Verpflegung
  • die Kosten für die Ausbildung der Auszubildenden (Ausbildungsumlage)
  • die Kosten für Investitionen
  • die Kosten für Zusatzleistungen (Komfortleistungen)

Nähere Erläuterungen zu den einzelnen Kostenpositionen und der Finanzierung über die „Hilfe zur Pflege“ für Bedürftige finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale.

Umfassende Informationen und eine tabellarische Übersicht zu den Änderungen bei den Leistungen bei vollstationärer Pflege im Rahmen der Pflegestärkungsgesetze I und II erhalten Sie auf der Internetseite www.pflegestaerkungsgesetz.de des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG).

Teilstationäre Versorgung

Eine teilstationäre Versorgung kann die pflegenden Angehörigen entlasten. Der Pflegebedürftige wird in diesem Fall entweder tagsüber oder nachts zeitweise im Pflegeheim oder in einer Tagesstätte betreut. So hat der Angehörige die Möglichkeit, seiner Arbeit nachzugehen oder abends und nachts Erholung von der Tagespflege zu finden. Die Pflegekasse übernimmt bis zu bestimmten monatlichen Höchstsätzen, die an den jeweiligen Grad der Pflegebedürftigkeit gekoppelt sind, die Kosten der medizinischen Behandlungspflege und der Grundpflege, der Betreuung und des Transports von der Wohnung zur Einrichtung und zurück.

Leistungen für die häusliche Pflege (Sachleistungen und Pflegegeld) können zusätzlich abschlagsfrei in Anspruch genommen werden.
Beispiel: Nehmen Sie im Bereich der Tages- und Nachtpflege die Hälfte der Leistung in Anspruch, haben Sie daneben noch einen 100-prozentigen Anspruch auf Pflegegeld oder Pflegesachleistung.

Auch hierzu bietet die Internetseite www.pflegestaerkungsgesetz.de des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) Informationen und eine tabellarische Übersicht zu den Änderungen bei den Leistungen bei teilstationärer Pflege im Rahmen der Pflegestärkungsgesetze I und II.

Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege

Wenn pflegende Angehörige Urlaub oder eine Kur machen wollen oder selbst krank sind, kann der Pflegebedürftige für bis zu acht Wochen vollstationär in einem Pflegeheim versorgt werden. Diese Möglichkeit zur Kurzzeitpflege kann man auch dann in Anspruch nehmen, wenn sich der Gesundheitszustand des Pflegebedürftigen vorübergehend so verschlechtert, dass er nicht mehr zu Hause gepflegt werden kann. Außerdem bietet sich Kurzzeitpflege nach einem Krankenhausaufenthalt an oder um die Wartezeit auf einen Platz in einem Pflegeheim zu überbrücken. Die meisten Pflegeheime halten solche Kurzzeitpflegeplätze bereit. Die Kurzzeitpflege bietet auch die Möglichkeit, ein Heim einmal von innen kennen zu lernen. Das erleichtert die Entscheidung, ob es auch auf Dauer für den Pflegebedürftigen geeignet wäre.

Daneben existiert auch noch die Möglichkeit der Verhinderungspflege für pflegende Angehörige in den oben genannten Fällen. Die Pflegeversicherung zahlt dabei die Kosten einer Ersatzpflege, die durch einen ambulanten Pflegedienst, durch Einzelpflegekräfte, ehrenamtlich Pflegende oder andere Angehörige geleistet werden kann. Voraussetzung ist außerdem eine vorherige mindestens sechsmonatige Pflege durch die Pflegeperson (Vorpflegezeit).

Im Zuge der Pflegestärkungsgesetze I und II können Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege auch kombiniert werden. Näheres dazu und zu den Veränderungen der Leistungen finden Sie detailliert erklärt auf der Internetseite www.pflegestaerkungsgesetz.de des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) unter „Kurzzeitpflege“ und „Pflege bei Verhinderung einer Pflegeperson“.


Zusätzliche Betreuung und Aktivierung in stationären Pflegeeinrichtungen

Seit 2017 haben Bewohner aller Pflegegrade im Rahmen des Pflegestärkungsgesetzes II (PSG II) Anspruch auf Maßnahmen der zusätzlichen Betreuung und Aktivierung in allen stationären Pflegeeinrichtungen.