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Die
Zweite Weltversammlung 2002
Um
die internationale Altenpolitik weiter zu forcieren, wurden Ende 1999
wesentliche Weichen gestellt. Auf ihrer 54. Generalversammlung fassten
die Vereinten Nationen den Beschluss, den bereits vor knapp 20 Jahren
verabschiedeten Weltaltenplan neu aufzugreifen und der aktuellen Situation
anzupassen. Dieses Dokument beinhaltet zentrale seniorenpolitische
Themenfelder und soll als Basis für nationale Empfehlungen dienen.
Im April 2002 fand in Madrid die Zweite
Weltversammlung zu Fragen des Alterns statt, auf der dieser völlig
überarbeitete Weltaltenplan verabschiedet wurde. Das Dokument
enthält globale Ziele für den Umgang mit den Herausforderungen
des demografischen Wandels. Dabei werden die unterschiedlichen Schwerpunkte
der 189 Mitgliedsstaaten gebündelt und die Notwendigkeit zukunftsorientierter
Maßnahmen verdeutlicht. Anspruch und Funktion des Weltaltenplans
liegen im Besonderen darin, die Öffentlichkeit noch intensiver
für das weltweite Altern der Gesellschaften zu sensibilisieren
und sich auch über die Landesgrenzen hinaus mit der Thematik
auseinander zu setzen.
Der
Madrid Plan 2002
Am letzten
Tag konnte nach intensiven Textverhandlungen ein neuer Weltaltenplan
von den Mitgliedsstaaten in Madrid feierlich verabschiedet werden.
Dieser Madrid Plan umfasst insgesamt 117 Paragraphen und untergliedert
sich in die drei Teile "Einleitung", "Empfehlungen"
und "Implementierung". Nach der Einleitung folgt ein Empfehlungskatalog
mit drei Schwerpunktkapiteln. Diese Kapitel umfassen die Bereiche
"zukünftige Entwicklung", "Verbesserung von Gesundheit
und Wohlbefinden im Alter" sowie "Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen
für ältere Menschen". Unter diesen drei Kategorien
werden zentrale Themen aufgegriffen und in Form von "Problemstellungen",
"Zielen" und möglichen "Aktionen" weiter
aufgeschlüsselt. Neben politischen Prioritäten zur Verbesserung
der Lebenssituation insbesondere älterer Menschen wie etwa Armutsbekämpfung,
gesellschaftspolitische Partizipation, individuelle Selbstverwirklichung,
Einhaltung von Menschenrechten und Gleichstellung von Männern
und Frauen werden in dem neuen Weltaltenplan auch verstärkt übergreifende
gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie intergenerationelle Solidarität,
Beschäftigung, soziale Sicherung, Gesundheit und Wohlbefinden,
aber auch das Zusammenspiel von Regierung und Zivilgesellschaft aufgegriffen.
Das Papier schließt mit weiteren Vorschlägen für eine
nachhaltige Umsetzung der jeweiligen Themen, in dem sowohl die Rolle
der Forschung sowie nationale und internationale Anforderungen Berücksichtigung
finden. Das Gesamtdokument verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und
greift das Motto "Building a Society for all Ages" auf und
verfolgt ein zentrales Leitmotiv der Vereinten Nationen. Wichtige
Konferenzen wie etwa die Weltbevölkerungskonferenz in Kairo,
die Sozialentwicklungskonferenz in Kopenhagen und die Weltfrauenkonferenz
in Beijing sowie ihre Nachfolgekonferenzen haben Eingang in den Text
gefunden. Besonderes Augenmerk wurde der Situation in den Entwicklungsländern
geschenkt. Grund dafür ist der sich dort teilweise außerordentlich
rapide vollziehende demografische Wandel. Diese Veränderungen
in den Bevölkerungsstrukturen erfordern aufgrund vielfach ungünstiger
Ausgangsbedingungen in den betroffenen Staaten ein rasches Handeln.
Im Rahmen einer politischen Erklärung haben die Vereinten Nationen
darüber hinaus ihre wesentlichen Akzente nochmals zusammengefasst
und in Form einer moralischen Verpflichtung für die Mitgliedsstaaten
gebündelt.
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