Der
1982 auf der ersten Weltversammlung zu Altersfragen in Wien verabschiedete
Aktionsplan hat auch aus heutiger Perspektive eine erstaunliche Aktualität
behalten. Das Dokument greift zentrale Themenfelder und Prognosen
auf und bildet ein international anerkanntes Standardwerk. Anfang
der 80er Jahre konnten nur sehr wenige Mitgliedsländer auf vergleichbare
Publikationen innerhalb ihrer nationalen Altenpolitik verweisen. Zwar
setzten sich bereits seit rund zwei Jahrzehnten die Vertreter der
Wissenschaft mit dem Thema Gerontologie auseinander, doch wurden nur
vereinzelt die gesellschaftspolitischen Auswirkungen jenseits der
Universitäten aufgegriffen. Der Weltaltenplan hat damit maßgeblich
dazu beigetragen, die Fragen des Alterns als politisches Aufgabenfeld
zu begreifen und anzunehmen.
Der damalige
Plan enthält eine umfangreiche Sammlung von Sachparagraphen,
Empfehlungen und Durchführungsleitlinien und bildet damit eine
auf Vollständigkeit bedachte Liste an grundsätzlichen Wünschen,
Zielen und Empfehlungen. Als sogenannte "Problembereiche"
werden
a) Gesundheit und Ernährung,
b) Verbraucherschutz für ältere Menschen
c) Wohnen und Umwelt,
d) Familie,
e) soziale Betreuung,
f) Einkommenssicherheit und Beschäftigung sowie
g) Ausbildung diskutiert.
Selbst
aus heutiger Sicht sind die Stellungnahmen in dem Papier nicht obsolet,
sondern haben vielmehr an Komplexität zugenommen. Der Titel des
Dokuments "Internationaler Aktionsplan zu Fragen des Alters"
weckt beim Leser allerdings fälschliche Erwartungen. So lässt
der Weltaltenplan von 1982 konkrete Umsetzungsvorschläge für
die gemachten Empfehlungen vermissen und bleibt an vielen Stellen
vage. Die mangelnde Strukturierung und Leserführung des Dokuments
hat darüber hinaus eine Umsetzung in die Praxis erschwert. Erstaunlich
bleibt jedoch die Informationsfülle und Weitsicht dieses Weltaltenplans.
Trotz der unbestrittenen Verdienste des Weltaltenplans ist es den
Vereinten Nationen aber in der Folgezeit nicht gelungen, das Querschnittsthema
einer alternden Gesellschaft inhaltlich weiter voran zu bringen.
Rede
der Bundesministerin Dr. Christine Bergmann vor der 54. UN-Generalversammlung
in New York. (Acrobat-Datei, 34 kb)