Verband der Heimkehrer, Kriegsgefangenen und Vermißtenangehörigen Deutschlands e.V. (VdH)

Der VdH wurde 1950 von Männern und Frauen gegründet, die nach Jahren der Unfreiheit, der Entwürdigung und Zwangsarbeit aus der Kriegsgefangenschaft und als Verschleppte aus der Internierung nach Deutschland heimgekehrt waren.

Sie fühlten sich als Schicksalsgemeinschaft, die nicht nur füreinander einsteht, sondern aus dem gemeinsamen Erleben auch dazu beitragen wollte, für Deutschland eine bessere Zukunft in einem in Frieden und Freiheit vereinten Europa zu schaffen.

Mit bald 500.000 Mitgliedern entwickelte der VdH sich zu einer politischen Kraft, die die soziale Entwicklung in der Bundesrepublik mitbestimmt und insbesondere das Entschädigungs- und Versorgungsrecht wesentlich mitgestaltet hat.

Als Stimme der Kriegsgeneration meldet sich der VdH nun seit 50 Jahren bei allen grundlegenden Fragen aus Politik und Gesellschaft in seiner Verbandszeitung "Der Heimkehrer" zu Wort. So ist er immer für die Einigung Europas und die innere Einheit Deutschlands eingetreten wie auch für das gegenseitige Verständnis der Generationen und für eine ausgewogenen und unvoreingenommenen Darstellung der Zeitgeschichte.

Der Abbau von Vorurteilen, das Verständnis füreinander und gegenseitige und Toleranz werden in den regelmäßig zu aktuellen Fragen veranstalteten Diskussionswochen und Seminaren mit Heimkehrern, auch aus den europäischen Nachbarländern, und mit Jugendlichen gefördert.

Die Heimkehrerärzte helfen den an Kriegsfolgen erkrankten Heimkehrern bis zum heutigen Tag. Als Mitglieder des ärztlich- wissenschaftlichen Beirates des VdH haben sie die durch extreme Lebensverhältnisse - wie etwa die Kriegsgefangenschaft - verursachten Erkrankungen erforscht und die Ergebnisse für die gutachterliche Tätigkeit nutzbar gemacht.

Der VdH ist gemeinnützig und nicht konfessionell oder parteipolitisch gebunden. Er erhält keine staatlichen Zuwendungen. Seine Mitglieder werden bei allen sozialrechtlichen Problemen beraten und vor Gericht vertreten. Dank der regionalen Gliederung des Verbandes findet jedes Mitglied auch aus kleinen Ortschaften Hilfe und Zuspruch. Zwei Erholungsheime stehen zur Verfügung.

Der VdH ist ein Generationenverband. Er hat keinen Nachwuchs gewünscht, da sein Ziel war, mit allen Kräften Krieg zu verhindern. Das bedeutet, dass seine Mitglieder alt sind und ihre Zahl immer kleiner wird. Eines Tages wird seine Aufgabe erfüllt sein.