Versicherung

Die Krankenversicherung

In Deutschland unterliegt grundsätzlich jeder, der gegen Entgelt eine Beschäftigung ausübt, zunächst der Pflicht zur Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Lediglich Personen, deren Entgelt über der so genannten Beitragsbemessungsgrenze liegt, können sich unter bestimmten Voraussetzungen freiwillig in der gesetzlichen oder in einer privaten Krankenversicherung versichern.

Die Basis der gesetzlichen Krankenversicherung ist der Solidarausgleich zwischen Gesunden und Kranken, Jungen und Alten, besser und schlechter Verdienenden. Die Höhe der Beiträge ist bei Pflichtversicherten einkommensabhängig. Die Leistungen für jedes Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung jedoch sind gleich.

Bei Bezug einer gesetzlichen Rente und einer Vorversicherungszeit in der gesetzlichen Krankenversicherung besteht Versicherungspflicht in der Krankenversicherung der Rentner.

Die Broschüre "Ratgeber zur gesetzlichen Krankenversicherung" (2015) des Bundesministeriums für Gesundheit informiert umfassend insbesondere zur gesetzlichen Krankenversicherung.


Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)

Die gesetzlichen Krankenkassen haben ein festgelegtes Leistungsspektrum. Bieten Ärzte ihren Patienten darüber hinausgehende Behandlungen an, handelt es sich um individuelle Gesundheitsleistungen, so genannte IGeL-Leistungen. Diese müssen die Patienten selbst zahlen. Es gibt keinen festgelegten Katalog von IGeL-Leistungen. Vielmehr wird darunter eine Vielzahl von Leistungen gefasst. Dazu können gehören:

  • medizinische Maßnahmen, die nicht generell empfehlenswert sind, jedoch im Einzelfall sinnvoll sein können wie Impfungen vor Fernreisen oder Tauglichkeitsprüfungen

  • kosmetische Leistungen

  • Vorsorgeuntersuchungen, die nur bei Risikopatienten von der Kasse bezahlt werden

  • Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, deren Wirkung bislang wissenschaftlich nicht belegt ist.

Bei Patienten, die privatversichert sind, übernimmt die jeweilige Krankenkasse nur die Kosten für die vertraglich bestimmten Regelleistungen. Individuelle Gesundheitsleistungen, die kein Vertragsbestandteil sind, müssen auch sie selbst zahlen.

Weitere Informationen und nützliche Internetseiten zu IGeL-Leistungen können der BAGSO-Broschüre  „Alles im Blick - Was Sie über Früherkennung wissen sollten“  (2016) entnommen werden.

Weiterhin ermöglicht es die Internetseite IGeL-Monitor, nach einzelnen IGeL-Leistungen unter A bis Z zu suchen.

Zusatzversicherungen

Private Zusatzversicherungen bieten sowohl für Privatversicherte als auch für gesetzlich Versicherte ebenfalls die Möglichkeit, weitere medizinische Leistungen zu erhalten. Zum einen können sie die Differenz zwischen den Leistungen der eigenen Krankenkasse und den tatsächlichen Kosten für eine Behandlung etc. ausgleichen. Zum anderen kann man durch sie Leistungen erhalten, die nicht von der eigenen Krankenkasse abgedeckt werden.

Die Verbraucherzentrale informiert umfassend – bezogen auf gesetzlich Versicherte –  zum Thema Zusatzversicherungen.

Patientenrechte

Gestärkt werden die Rechte von Patientinnen und Patienten durch verschiedene Patienten- und Selbsthilfeorganisationen und auch durch Regelungen, wie das „Gesetz zur Verbesserung der Rechte von Patientinnen und Patienten“ (2013). Wichtig ist es aber auch als mündige Patientinnen und Patienten auftreten zu können. Dafür muss man informiert sein und selbstbestimmt handeln können. Die BAGSO hat 10 Tipps für mündige Patientinnen und Patienten zusammen gestell.

Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) informiert auf seiner Internetseite zum Thema Patientenrechte.

Informationen zum Patientenbeauftragten der Bundesregierung finden Sie hier.