GERAS-Preis „Leben mit Tieren in einer Pflegeeinrichtung“

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Eine alte Dame sitzt im Sessel und hat eine Katze auf dem Schoß.

Der GERAS-Preis 2018 zeichnet in Deutschland tätige Initiativen aus, die in vorbildlicher Weise dafür sorgen, dass Tiere das Leben von Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen bereichern und zu mehr Lebensqualität und Wohlbefinden beitragen. Es sind über 70 Berwerbungen eingegangen.

Eine vom Vorstand der BAGSO eingesetzte Jury hat über die Vergabe des Preisgelds von insgesamt 5.000 Euro entschieden. Die Preisverleihung findet im Rahmen der BAGSO-Jahrestagung am 16. Oktober 2018 in Bonn statt.

Ausschreibung des GERAS-Preises der BAGSO 2018

Pressemitteilung zur Preisverleihung


"Tiere in der Pflege" - Die Preisträger des Geras Preises 2018 stehen fest

Der GERAS-Preis 2018 der BAGSO ist an drei Pflegeeinrichtungen verliehen worden, die den Bewohnerinnen und Bewohnern in vorbildlicher Weise ein Leben mit Tieren ermöglichen. Ausgezeichnet wurden Häuser in Wolfratshausen, Brandenburg an der Havel und Bad Fredeburg. Einen Preis erhielten außerdem zwei junge Unternehmerinnen, die sich auf die therapeutische Arbeit mit Tieren in Pflegeheimen spezialisiert haben. Der GERAS-Preis wurde am Dienstag im Rahmen der Jahrestagung der BAGSO in Bonn überreicht.


Das sind die Preisträger:

AWO Demenz Zentrum Wolfratshausen

Das Leben mit Tieren im AWO-Demenz Zentrum Wolfratshausen ist Bestandteil eines Konzeptes, das den Bewohnerinnen und Bewohnern einen weitgehend normalen Alltag mit Licht, Farbe und Bewegung ermöglicht. Im Garten der Pflegeeinrichtung leben zwei Ziegen, zwei Zwergesel, ein Hahn, drei Hühner, zwei Zwerghähne, sechs Zwerghühner, Enten und Gänse, zwei Karpfen, Molche, Ringelnattern und Kröten. Zudem sind bis zu vier Mitarbeiter-Hunde und drei Therapiehunde im Einsatz.

Was die Jury besonders beeindruckte: Die Tiere werden generell in den Alltag einbezogen und nicht allein nach einer festgelegten Uhrzeit. Auch die Tatsache, dass bettlägerigen Bewohnerinnen und Bewohnern das Erleben der Tiere im Garten ermöglicht wird, ist vorbildhaft.

www.awo-obb-senioren.de


Senioren- und Pflegezentrum Brandenburg an der Havel

Das Konzept der tiergestützten Interventionen im Senioren- und Pflegezentrum Brandenburg an der Havel umfasst den Einsatz von Therapiebegleithunden durch Fachkräfte ebenso wie ehrenamtlich eingesetzte Besuchshunde. Das weitläufige Gelände lädt Bewohnerinnen und Bewohner ein, Kaninchen und Vögel, die in artgerechten Ausläufen leben, anzuschauen und zu beobachten. Das Pflegezentrum bildet zudem Fachkräfte und ihre Hunde für den professionellen beruflichen Einsatz als Therapiebegleithunde aus.

Die Jury beeindruckte besonders: dass es im Senioren- und Pflegezentrum Brandenburg eine Fachkraft für tiergestützte Therapie gibt, die auch eine kontinuierliche Weiterbildung gewährleistet. Die Hunde besuchen die Bewohnerinnen und Bewohner nicht nur, sie begleiten sie auch zu konkreten Einsätzen, d.h. sie tun etwas mit ihnen und für sie. Nachahmenswert ist auch, dass die Kaninchengehege und eine Vogelvoliere so angelegt sind, dass die Bewohner mit der "Außenwelt" in Kontakt kommen können, so zu Familien mit ihren Kindern, die kommen, um die Tieren zu beobachten.

www.spz-brb.de


Tiergestützte Intervention Tiemeshen

Klaudia und Paulina Tiemeshen gründeten im Mai 2017 ihr Unternehmen, um die positiven Auswirkungen tiergestützter Arbeit in die Einrichtungen des Gesundheitswesens zu bringen. Der Kontakt mit den Besuchstieren findet in Einzel- oder Gruppensettings statt und wird in den Heimen vom Sozialen Dienst unterstützt.

Was die Jury besonders begrüßt: Da nicht alle Pflegeeinrichtungen Tiere artgerecht halten können bzw. nicht die personellen Kapazitäten haben, die Versorgung der Tiere zu gewährleisten, begrüßt die Jury es, dass Menschen wie die Zwillinge Klaudia und Paulina Tiemeshen, die über eine fundierte breitgefächerte Qualifikation verfügen, Heimen die Möglichkeit geben, ihren Bewohnerinnen und Bewohnern Kontakte zu Tieren zu ermöglichen.

www.tiergestuetzte-intervention-tiemeshen.de


Pflegezentrum Haus Monika Bad Fredeburg

Zum Pflegezentrum HAUS MONIKA in Bad Fredeburg gehört ein großer, hauseigener Park mit einem Bachlauf, Wiesen und alten Bäumen. Bänke laden zum Verweilen und zum Beobachten der Tiere des hauseigenen Bauernhofes ein. Dort gibt es Ziegen, Pferde, Ponys, Esel und Alpakas. Für viele Projekte des Hauses sind die Tiere von großer Bedeutung, z.B. für das Vorleseprojekt mit der benachbarten Grundschule.

Die Jury begrüßt es sehr, dass im Pflegezentrum HAUS MONIKA der Fortbildung eine große Bedeutung beigemessen wird und diese durch einen vielfach qualifizierten Geriater erfolgt. Darüber hinaus kann die Arbeit – so hofft die Jury – impulsgebend für Pflegeeinrichtungen sein, die im ländlichen Bereich angesiedelt sind bzw. die über angrenzende Flächen verfügen und diese im Sinne des diesjährigen Mottos des GERAS-Preises zu nutzen.

www.altenheim-haus-monika.de