Europäisches Mobiltiätsprojekt „Neue Rollen für die Zivilgesellschaft in einer „Caring Community“: Innovative Bildung für mehr Lebensqualität und Selbstbestimmung im Alter“

Logo der Europäischen Union

Das über das EU Programm ERASMUS+ geförderte Bildungsprojekt beleuchtet die Rolle der Zivilgesellschaft bei der Umsetzung international verankerter Rechte älterer Menschen. Ziel und Ausgangspunkt des Projektes ist die Förderung von Eigenverantwortung für ein selbstbestimmtes und aktives Leben im Alter durch innovative Bildung für eine werteorientierte Pflege. Zwei jeweils dreitägige maßgeschneiderte und deutschsprachige Schulungsprogramme werden von der niederländischen Organisation LOC Zeggenschap in zorg angeboten und richten sich an Bildungsakteure eines BAGSO Projektkonsortiums, die einen Schwerpunkt im Bereich pflegeorientierten Engagements haben und einer Internationalisierung ihrer Bildungsarbeit interessiert sind.


Erstes Schulungsprogramm von LOC von 19. bis 21.Oktober 2016 in Limburg

Die Durchführung der ersten 3-tägigen Weiterbildung findet im südlichen Limburg (Kerkrade/Heerlen) statt. Sie richtet sich an eine kleine Gruppe ausgewählter Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projektkonsortiums, die vor dem Hintergrund neuer Rollen und Bildungsbedarfe von Freiwilligen in der Pflege am Aufbau eines internationalen Verständnisses werteorientierter Bildungskonzepte interessiert sind.

Die Teilnehmenden werden die LOC „Vision einer werteorientierten Pflege“ kennenlernen und ausgewählte Bildungs- und Beratungskonzepte, -methoden und -instrumente für Freiwillige in der Pflege kennenlernen und erproben:

  • Der „Zorgleefplan“ (LOC), ein „Pflegeplan des Lebens“, ist ein Bildungs- und Planungsinstrument für die individuelle Arbeit mit älteren Menschen für ein aktives Leben im Alter. Es wird von Klientenräten, aber auch einzelnen Personen, der Familie, ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder dem Pflegepersonal eingesetzt und erfasst alle Aspekte des Lebens.
  • Das „Küchentischgespräch“ ist ein neues Instrument in den Niederlanden zur Erfassung der sozialen Bedürfnisse hilfesuchender Älterer im „Gespräch“. Diese Methode wird von den Kommunen eingesetzt und dabei auch die mögliche Einbeziehung familiärer und sozialer Netzwerke erörtert. Daher werden diese, wie auch „Klientenräte“ häufig in das Gespräch eingebunden.

In interaktiven Workshops, Projekt- und Studienbesuchen lernen die Teilnehmenden regionale und lokale Strukturen, Organisationen/Interessenvertretungen sowie reiwillig für ältere Menschen in Pflegesituationen engagierte Akteure kennen, mit denen LOC in Limburg zusammenarbeitet. Dabei handelt es sich um:

  • Öffentliche Institutionen, die für die Koordinierung von Selbsthilfe und Patientenmitwirkung zuständig sind (z.B. „Huis voor de Zorg“)
  • Seniorenplattformen und -verbände wie der Platform Allochtone Zorgvragers (PAZ), eine Klientenorganisation für Migranten in Limburg und die Platform Mantelzorgers Limburg (PLM), eine Plattform/Interessenvertretung für pflegende Angehörige in der Provinz Limburg)
  • Freiwillig engagierte Klientenräte von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen/im Rahmen der häuslichen Pflege sowie ehrenamtliche Mitarbeiter von LOC in der Provinz Limburg
  • Pflegeeinrichtungen (wie z. B. ein Pflege-Bauernhof)

Die niederländische Organisation LOC Zeggenschap in zorg

Die niederländische Organisation LOC und die verantwortliche Referentin für die Schulungsprogramme LOC Zeggenschap in Zorg ist die größte niederländische Organisation für sog. „Klientenräte“, die in Pflegeheimen und in der häuslichen Versorgung ehrenamtlich für die Gesundheit und Autonomie für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf aktiv sind. LOC fördert die Arbeit von mehr als 1.300 angeschlossenen Klientenräten, die etwa 600.000 Pflegebedürftige repräsentieren. LOC ist seit vielen Jahren sehr erfolgreich in der Entwicklung und Umsetzung von innovativen Bildungsmethoden für Freiwillige in der Pflege. In der Provinz Limburg koordiniert und durchgeführt wird das Programm von José Broers, einer langjährig erfahrenen LOC-Referentin.

Programmablauf der ersten LOC-Schulung

Programmablauf der zweiten LOC-Schulung

Informationen aus dem Projekt