18.07.2005

Verbraucherarbeit für Senioren voranbringen!

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen


„Den Anliegen älterer Verbraucherinnen und Verbraucher muss besser entsprochen werden. Darauf müssen sich Verbraucherorganisationen, Politik und Wirtschaft gleichermaßen einstellen.“, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Matthias Berninger heute in Berlin.

Gemeinsam mit Dr. Karl-Heinz Schaffartzik, Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und Dr. Erika Neubauer, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) e.V. sowie der Projektleiterin Bärbel Gebert stellte der Staatssekretär die zentralen Ergebnisse des Projekts „Zielgruppenorientierte Verbraucherarbeit für und mit Senioren“ vor. Danach fordern ältere Menschen mehr rechtlichen Schutz vor Übervorteilung bei unseriösen „Geschäften mit dem Alter“. Sie fühlen sich im boomenden Markt von Gesundheits- und Pflegedienstleistungen mit undurchschaubaren Strukturen konfrontiert. Und der mögliche Verlust der eigenen vier Wände bei Hilfebedürftigkeit lässt sie um ihre Lebensqualität bangen. Angesichts der zunehmenden Automatisierung sehen sie zudem ihre Selbstbestimmung bei Bankgeschäften in Gefahr. Deutlich wurde auch, dass sich ältere Menschen keinesfalls mit dem verbreiteten Bild des hilfebedürftigen, passiven Senioren identifizieren.

„Die Ergebnisse des Projektes geben zahlreiche Impulse für die Verbraucherarbeit für Senioren. Dies ist angesichts des demografischen Wandels in unserer Gesellschaft auch dringend notwendig“, sagte Berninger weiter. Mittlerweile sei ein Viertel der Deutschen über 60 Jahre alt, im Jahr 2050 laut Bevölkerungsstatistik sogar jeder Dritte, was langfristige Wirkungen auf fast alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens habe. Mit Blick auf diese Herausforderung sah Berninger für die Verbraucherpolitik Ansatzpunkte im Bereich der rechtlichen Rahmenbedingungen, so z.B. bei der altersgerechten Finanz- und Vermögensberatung oder in den Bereichen Pflege und Gesundheit. Andererseits gelte es, Wirtschaft, Handel, Medien und die Verbraucher selbst verstärkt durch Informationsmaßnahmen für die besonderen Bedürfnisse der älteren Generation zu sensibilisieren.

„Die Verbraucherkonferenzen haben deutlich gezeigt, wie wichtig die persönliche und anbieterneutrale Beratung ist. Immer wieder sind von Seniorinnen und Senioren die zunehmende Automatisierung sowie die fehlende oder schlechte Beratung von Anbietern beklagt worden. Daher sind wir als Verbraucherorganisation gefordert, den Bedürfnissen der alternden Gesellschaft durch persönliche Beratung und nicht durch einen Verweis auf das Internet oder anonyme Call-Center gerecht zu werden“, unterstrich Dr. Schaffartzik, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, und kündigte an, dass nun gemeinsam mit den Kooperationspartnern mögliche Konzepte und Angebote hierfür erarbeitet werden.

Die Geschäftsführerin der BAGSO, Frau Dr. Neubauer, forderte auf der Basis der Projektergebnisse:

  • Mehr Aufklärung und Beratung für ältere Verbraucher.
  • Mehr Transparenz auf dem oft unübersichtlichen Markt. Verbraucherempfehlungen und Gütesiegel sollten die Orientierung erleichtern.
  • Mehr Dialog zwischen Wirtschaft und Senioren z.B. bei der Entwicklung neuer Geräte, der Gestaltung von Läden, der Berücksichtigung von Beschwerden.

Insgesamt veranschaulichen die Projektergebnisse auch, dass ein neues gesellschaftliches Leitbild vom Alter benötigt wird, denn, so Staatssekretär Berninger: „ Ältere Verbraucherinnen und Verbraucher sind anspruchsvoll und selbstbestimmt und möchten auch entsprechend wahrgenommen werden!“

Das vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft geförderte Projekt war durch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen initiiert und in Kooperation mit den Verbraucherzentralen Brandenburg und Rheinland-Pfalz sowie mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) e.V. durchgeführt worden.

Die gebundene Ausgabe des Projektberichts ist als Einzelexemplar erhältlich bei der Verbraucherzentrale NRW, Frau Lange, Mintropstr. 27, 40215 Düsseldorf. Der Bestellung muss ein adressierter und mit 85 Cent frankierter Rückumschlag in der Größe DIN C 4 beigelegt sein. Auf dem Umschlag muss das Wort „Büchersendung“ stehen.

Bei Bestellwünschen von mehr als einem Exemplar bitten wir um telefonische Kontaktaufnahme unter 0211 / 38 09 - 351 (Frau Lange) oder 02 11 / 38 09 - 204 (Frau Nordmann).

Den 144-seitigen Bericht können Sie herunterladen.


 

 

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